Auf 50 Studierende war der auf sieben Semester ausgelegte Studiengang der Lederverarbeitung und Schuhtechnik am Pirmasenser Standort der Fachhochschule Kaiserslautern abgesunken. Verständlich, dass die lange Vakanz in der Nachfolge des ausgeschiedenen Professors Klaus Mattil dem FH-Dekan Prof. Ludwig Peetz über Jahre hinweg Sorgen bereitete. Zum 1. März ist es nun nach mehreren Anläufen gelungen, mit Dipl.-Ing. Christian Schwarz einen Verantwortlichen für diese Studienrichtung an die Hochschule zu binden.
„Er kennt nicht nur die Branche, sondern auch die Hochschule“, so Dekan Peetz, der besonders die historische Bedeutung und die Zukunftsfähigkeit der Schuh- und Lederbranche am Standort Pirmasens hervorhob. Schwarz ist in der elterlichen Schuhfabrik Husar, quasi zwischen Leder und Leisten, aufgewachsen, hat eine kaufmännische Lehre absolviert und war schon während seines Studiums in die heimische Produktionsleitung eingebunden. Als ehemaliger Absolvent des Diplom-Studienganges der Schuh- und Ledertechnik, den er 1999 in Pirmasens abschloss, kehrt der 41-jährige an seine frühere Wirkungsstätte zurück. Vor seiner selbstständigen Beratertätigkeit war er einige Jahre bei Adidas und Gore tätig.
Mit der Weiterführung der Studienrichtung im neuen Studiengang Kunststoff- Leder- und Textiltechnik will man die Studieninhalte deutlicher zum Ausdruck bringen und Studierwillige besser ansprechen, als es bisher unter dem Namen Produkt- und Prozess-Engineering möglich war.
Die direkte Nachbarschaft, das Fachwissen um den Schuh und die hervorragende Ausstattung des International Shoe Competence Center (ISC) sollen künftig in der Hochschulausbildung noch intensiver genutzt werden. "Mit seinem anerkannten Ruf und mit seinem hohen Niveau ist das ISC natürlich erste Wahl", so FH-Präsident Prof. Dr. Konrad Wolf zu der Kooperation. 10 Semester-Wochenstunden werden künftig durch das ISC mit fachspezifischen Inhalten abgedeckt, die praxisnah von der Leistenentwicklung bis zur Direktbesohlung für die Nachwuchskräfte direkt erlebbar ist. Dabei können die Studierenden nicht nur von der exzellenten Ausstattung im Maschinenpark profitieren, auch die gute Vernetzung innerhalb der Schuhbranche bringt Absolventen und potenzielle Arbeitgeber frühzeitig zusammen. ISC-Geschäftsführer Uwe Thamm sieht auch Vorteile für sein Institut in der engeren Kooperation: "Mit der renommierten Sportwissenschaftlerin Dr. Simone Flick baut das ISC gerade einen Forschungsbereich in der Biomechanik auf. Die Zusammenarbeit bei Projekten und Abschlussarbeiten in Kooperation mit der FH wird uns in der angewandten Forschung sicher weiter bringen."