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Die ungewöhnliche Stille in den Straßen hat ihren Grund: Über Nacht hat es heftig geschneit. Der Berufsverkehr kommt gar nicht erst in Gang. Lediglich ein paar Schulkinder haben Spaß am Schneegestöber. Die Erwachsenen stapfen derweil fluchend zur nächsten Bahnhaltestelle, die Mütze ins Gesicht gezogen und die dicken, warmgefütterten Winterstiefel an den Füßen. Eine solche Wetterlage ist Anfang März nicht ungewöhnlich. Noch ist schließlich Winter. Aber sie ist dieser Tage besonders schmerzlich. Sie nervt jeden potenziellen Konsumenten, der eigentlich Lust auf Frühling hat, auf steigende Temperaturen und gern auch das eine oder andere neue Outfit. Und vor allem trifft sie den Mode-und Schuhhandel, der einen ohnehin kaum vorhandenen Winter durchleiden musste und nun (vorerst) auf der Frühjahrsmode sitzenbleiben muss. Wer kann, bleibt an Tagen wie diesen innerhalb wärmender vier Wände. Zum Shoppen in die Stadt? Alles – nur das nicht!
Dass die Lust auf neue Mode generell darnieder liegt, kann indes nicht behauptet werden. Ganz im Gegenteil. Bereits in den zurückliegenden Wochen zeigte sich deutschlandweit, dass sehr wohl Interesse am neuen Schuh oder am neuen Kleidungsstück besteht. Neue Booties, Sneaker und selbst sommerliche Pantoletten wurden schon verkauft. Hauptsache, sie hoben sich vom Gewohnten und Bekannten ab, waren eben wirklich ’neu‘, modisch und innovativ.
Rein emotional ist also alles im Lot im Verhältnis zwischen Handel und Verbraucher, und es ist davon auszugehen, dass ein früher oder später zu erwartendes meteorologisches Frühlingserwachen mit den entsprechenden Tempraturen die Menschen in die Straßencafés und sicher auch in die Boutiquen und Geschäfte locken wird. Nur muss bis dahin leider gewartet werden. Und das fällt nach dem mehr oder weniger verheerenden Winter und den insgesamt unglücklichen Saisonverläufen der letzten Jahre nachvollziehbar schwer.
Gleichwohl sollten sich Händler gerade jetzt mit technischen Möglichkeiten beschäftigen, um die Kauflust der Kunden anzukurbeln und auf den richtigen Weg zu bringen. Clevere Newsletter machen auf die neu eingetroffene Frühjahrs- Schuhmode („Trendthema Metallics – jetzt entdecken“) aufmerksam. Wer den Kunden beim Durchklicken einen Vorbestellungs- bzw. Reservierungsservice anbietet, erhöht die Trefferquote. Eine ansprechende Internetpräsenz, die vor allem auch das Sortiment („Für Sie eingekauft!“) attraktiv in Szene setzt, vermittelt dem Konsumenten, der vielleicht doch vom heimischen Sofa aus mal einen Blick riskiert, den Eindruck, hier willkommen zu sein.
Und da schließt sich der Kreis von der Kauflust zur Technik. Die Entscheidung für ein neues Paar Schuhe ist meist emotional – aber ihr kann mit modernen Werkzeugen nachgeholfen werden. Werkzeugen, die auch greifen können, wenn der Kunde witterungsbedingt lieber zu Hause bleibt.