Seitens VF Corporation hieß es vor einigen Tagen als Erklärung für den erfolgren Schritt, man wolle die Geschäfte mit brasilianischen Lederlieferanten erst dann wieder aufnehmen, „wenn wir das Vertrauen und die Zusicherung haben, dass die in unseren Produkten verwendeten Materialien keine Umweltschäden in dem Land anrichten.“
Ähnlich argumentierte der schwedische Vertikale Hennes & Mauritz: „Angesichts der riesigen Feuer im brasilianischen Teil des Amazonas-Waldes und dem Zusammenhang mit der Rinderproduktion haben wir beschlossen, Leder aus Brasilien vorübergehend zu verbieten.“ Das Verbot solle so lange in Kraft bleiben, bis es glaubhafte Garantiesysteme gebe, dass das Leder nicht zu Umweltschäden im Amazonasgebiet beitrage, erklärt H&M.
Auf schuhkurier-Nachfrage erklärte der HDS/L-Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert: „Brasilien ist für die global agierende Schuhindustrie, also weltweit betrachtet, ein wichtiges Land. Wir beobachten diesen Markt seit längerem. Allerdings: Der Anteil an Leder brasilianischer Herkunft ist bezogen auf die gesamte deutsche Einfuhr von Leder verhältnismäßig gering. So haben nur 6,7% der in 2018 in Deutschland eingeführten gegerbten Leder ihren Ursprung in Brasilien. Diese Leder werden in unterschiedlichen Branchen verarbeitet, z.B. in der Möbel-, aber auch in der Schuhindustrie. Die Regenwald-Rodungen bereiten der deutschen Wirtschaft sowie natürlich auch den Herstellern der Schuh- und Lederwarenindustrie Sorgen.“