Traditionell lädt der German Council of Shopping Places, der Interessenverband der Handelsimmobilienwirtschaft, einmal im Jahr zum Branchentreffen nach Berlin ein. Dabei gibt es immer ein Motto, unter dem die Menschen in der Branche und Experten diskutieren.
Dieses Jahr war das Motto Klartext. Und mit Klartext haben sich die Fachleute nicht zurückgehalten. Wir haben einige ihrer Kernaussagen in dieser Ausgabe gesammelt und zusammengestellt. Es wurde auf den Zustand der Innenstädte und des Online-Handels geschaut. Außerdem gab es eine Diskussion über die Zukunft von Kaufhäusern und die Ansprüche der Konsumentinnen und Konsumenten. In allen Bereichen wurden Probleme und herausfordernde Entwicklungen identifiziert. „Wir müssen uns damit anfreunden, dass wir nicht mehr 300.000, sondern unter 200.000 Läden haben“, stellte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein mit Blick auf die Innenstädte fest. Wolfgang Merkle von der University of Europe for Applied Sciences schaute sich das Konsumentenverhalten an: „Nur dann, wenn der Konsument in ein Konzept hineingeht, das ihn wirklich begeistert und von dem er fasziniert ist, dann wird er dort auch auf Dauer hingehen.“
Die Probleme des Handels und der Innenstädte wurden auf den Punkt gebracht. Und auch wenn das alles schon häufig besprochen wurde, ist der Input von außen wichtig. Die Entwicklungen mit Zahlen zu unterfüttern und das große Ganze zu betrachten, wie es Wissenschaftler tun, ist die Basis dafür, etwas an der Situation verbessern zu können. Dabei ist klar, dass sich das Rad nicht mehr zurückdrehen lässt: Die Zahl der Geschäfte in der Innenstadt wird nicht mehr auf das Niveau der letzten Jahrzehnte zurückkehren. Auch die Konsumenten werden nicht mehr auf die Vielzahl an Angeboten verzichten wollen. Woran sich aber arbeiten lässt, ist der Umgang mit den sich verändernden Rahmenbedigungen. Wer die Zahlen kennt und handfeste Prognosen zur Entwicklung parat hat, kann sich dem Markt besser anpassen und produktivere Vorschläge an die lokale Politik machen, um die Aufenthaltsqualität der Innenstadt zu verbessern.