Senkfuß, Spreizfuß, Fersensporn: Das ist nur eine kleine Auswahl der Fußprobleme, mit denen Händler mit Komfortschuh-Sortimenten Tag für Tag konfrontiert sind – und wie es scheint, wird der Kreis der Kundinnen mit Fußfehlstellungen immer größer, die Betroffenen häufig jünger. „Ja, die Fußprobleme nehmen zu, Fußkrankheiten wie Hallux Valgus oder Fersensporn sind weit verbreitet, unabhängig vom Alter“, sagt Cristina Glaeser, Schuhe & Mode Glaeser in Kirchhain. „Mein Eindruck ist, dass heute deutlich mehr Frauen als noch vor ein paar Jahren Einlagen tragen müssen.“ Zudem würden die Frauen auch größer und stattlicher, daher ist „Mehrweite ebenfalls ein großes Thema“. Eine ähnliche Wahrnehmung hat Horst Mengedoht, Schuhhaus Mengedoht in Lemgo, neun Filialen: „Die Anzahl der Kundinnen mit Fußproblemen steigt“, so Mengedoht, entsprechend steige die Paarzahl bei komfortablen Schuhen, „die Bequemschuh-Hersteller führen die Abverkaufslisten an“. Auch bei Mengedoht sind „Schuhe mit Mehrweite ganz wichtig“, ausschlaggebend sei, dass „die Zehen Luft haben und die Ferse Halt hat“. Dass Bequemschuhkunden tendenziell auch jünger werden, erlebt – wie viele andere Händler – auch Rudolf Harrer, Inhaber von Kellermann Gesunde Schuhe in Landshut: „Das ist eine Entwicklung, die ich seit ein paar Jahren beobachte“, sagt Harrer. „Früher waren unsere Kunden nicht jünger als 40, mittlerweile kommen aber schon 25- oder 30-Jährige.“
Modisch hat die steigende Bedeutung des Komfortschuhsegments wie eine Frischzellenkur gewirkt. Die Kollektionen der führenden Hersteller „sind optisch viel schöner und modischer als noch vor zehn Jahren“, bemerkt Horst Mengedoht. Der Handel ordert entsprechend. Auch Cristina Glaeser kauft ihr Bequemschuhsortiment „grundsätzlich sehr modisch ein, denn auch ältere Damen möchten heute keine beigen Schuh mit Klettverschluss“. Doch muss der Schuh auch bei Hallux Valgus, Fersensporn, Arthrose oder dem diabetischen Fuß gefallen: „Das Wichtigste ist immer noch die Passform“, sagt Ina Hoberg, Inhaberin des Schuhhauses Austen in Essen, „entscheidend ist zudem die Qualität sowie eine große Variantenbreite bei den Leisten“. Keinesfalls dürfe im Bequemschuhbereich der modische Anspruch zulasten der Passform gehen, etwa wenn „ein modischer Sneaker vorn zu spitz zuläuft, obwohl nur ein runder Schnitt die so wichtige Zehenfreiheit garantiert“, so Hoberg. Mit diesen Prioritäten im Hinterkopf pickt sie sich bei der Order die modischeren Modelle heraus und ist immer bemüht, auch für Kundinnen mit sehr schwierigen Füßen schicke Styles zu finden, denn „darüber freuen diese Kundinnen sich sehr“. Von den Herstellern wünscht sie sich daher „die erfolgreichen Klassiker mit erprobten Passformen, jedoch in modischen Farben und mit schönen Details und auch mal in anderen Lederarten und -optiken“.