Wie gehe ich mit meiner Zeit um? Mit welchen Themen will ich mich wirklich befassen? Worauf kann und möchte ich verzichten? Fragen wie diese beschäftigen uns in vielen Lebensbereichen, seit wir durch Corona gelernt haben, wie schnell und massiv Bewährtes und Gewohntes aus den Angeln gehoben werden kann. Auch die Art, wie der Handel mit Messen umgeht, hat sich verändert. Das war schon vor der Pandemie erkennbar und hat sich in monatelangen Lockdowns nochmals intensiviert. Vorbei die Zeiten, in denen man als Händler wochenlang fast pausenlos unterwegs war: Riva del Garda, Berlin, Düsseldorf, Heilbronn, Mainhausen, München… Heute wird genau geschaut, welche Veranstaltungen das richtige Angebot haben. Was nicht passt, wird weggelassen.
Die Konzentration des Handels auf das, was für ihn relevant ist, führt dazu, dass sich die Kriterien, mit denen eine Messe beurteilt wird, verändern. Besucherzahlen sagen nicht mehr unbedingt etwas darüber aus, ob eine Veranstaltung wirklich gut war. Zugleich werden Themen und kuratierte Angebote gewünscht – und nicht mehr der wilde Aussteller-Mix ohne roten Faden.
Es komme mehr denn je auf die Qualität einer Messe an, weniger auf die Quantität, sagt Ulrike Kähler, Managing Director der Shoes Düsseldorf, im Interview. Dass es ihr und ihrem Team gelungen ist, die Nachhaltigkeitsmesse Neonyt in Lizenz an den Rhein zu holen, zahlt auf diesen Qualitätsanspruch ein: Nachhaltigkeit ist das Thema der Zukunft. Eine Fachmesse, die Mode und konsequente ökologische Ansätzekombiniert, kann Antworten auf drängende Fragen auch im Modebu si ness bieten . Wen n der Handel die nächste Orderrunde plant, könnte das neue Angebot am Rhein eine wichtige Rolle spielen.