In der aktuellen Ausgabe lassen wir zwei Menschen zu Wort kommen, die aus sehr unterschiedlichen Perspektiven erzählen, was der Handel ihrer Ansicht nach jetzt tun sollte. Insolvenzverwalter und Anwalt Dr. Dirk Andres erzählt im Interview, was wichtig ist, um das Unternehmen möglichst unbeschadet durch wirtschaftlich schwierige Zeiten zu navigieren.
Er betont, dass der Unternehmer bei gefährdeter Liquidität kurzfristig denken müsse und die Bestände daraufhin analysieren, wie viel Umsatz sie jetzt bringen können. Notfalls auch, wenn die Schuhe mit Rabatt verkauft werden. Vor allem Bedarfskäufe stehen zurzeit im Mittelpunkt, wenn das Geld für Lusteinkäufe in vielen Portemonnaies fehlt.
Stefan Frank, Geschäftsführer von Peter Kaiser, hofft derweil, dass der Handel trotz der aktuellen Lage den Mut zum Außergewöhnlichen zeigt und präsentiert für die kommende Frühjahr/ Sommer-Kollektion extravagante Modelle, bei denen im Vorfeld teilweise noch nicht so klar ist, wie gut sie sich verkaufen werden.
Wirtschaftlich vorsichtig agieren und dabei gleichzeitig Mut beweisen und Neues ausprobieren: Beides ist vonnöten, um durch eine unternehmerisch schwierige Phase zu kommen, auch wenn es sehr herausfordernd ist. Es gibt zurzeit viele Unsicherheiten, die eine langfristige Planung schwierig machen: Niemand weiß, wie sich die Kauflust entwickelt und wie die politischen Hilfen genau aussehen werden. Bei der Order muss daher gut überlegt werden, wie sehr man ins Risiko geht. Trotzdem bleibt es wichtig, den Kunden, die in den Laden kommen, neue Styles zu bieten, die sie noch nicht kennen und noch nicht zuhause haben. Ihnen einen Grund zu geben, neue Schuhe zu kaufen.