Rückblende. Nach einem intensiven Entscheidungsprozess ging Ende Juli 2014 die GDS, neu konzipiert als frühe Leitmesse und Auftakt für die Orderrunde, an den Start. Mit einer gemeinsamen Anstrengung sollte die Schuhmesse in Düsseldorf wieder erstarken und ein neues Selbstverständnis erlangen. In einer Branche, die starken Verwerfungen unterliegt und deren Meinungsbild mit ’heterogen‘ noch schmeichelhaft umschrieben ist, fürwahr ein Kraftakt.
Das Echo nach dem Neustart war seinerzeit unterm Strich positiv; man sah die Veranstaltung als gute Basis an, wenngleich diese als noch ausbau- und vor allem entwicklungsfähig betrachtet wurde. Von dieser Zuversicht ist heute, zwei Jahre später, nicht mehr viel spürbar. Als die jüngste GDS, flügellahm und geprägt durch Ausstellerrückgang und Besucherschwund, ihre Pforten schloss, zeigten sich Branchenteilnehmer mehrheitlich vor allem von einer Tatsache überzeugt: Es muss sich – wieder – etwas ändern.
Nun gab es erneut einen intensiven Entscheidungsprozess. Der Messebeirat wurde eigens erweitert, um ein breiteres Meinungsbild darstellen zu können. In diesem Gremium wurde getagt und diskutiert. Dem Vernehmen nach lief das nicht immer geschmeidig, es mag wohl den einen oder anderen Umweg gegeben haben. Unterdessen wuchs die Unruhe in der Branche. Im Sinne der Planungssicherheit wurde auf eine baldige Entscheidung gehofft.
Nun sind die Würfel gefallen. Zumindest einige. Denn kommuniziert wurde bislang, dass sich für die Veranstaltung im Februar 2017 zunächst nichts ändern wird. Wohl aber soll im Sommer des nächsten Jahres ein neues Konzept greifen, das in den kommenden Wochen und Monaten noch erarbeitet werden muss. Klar ist inzwischen, dass die GDS dann nach hinten rücken wird. Angekündigt ist ein Termin Anfang September – konkrete Informationen, auch zu einer möglichen neuen Location, sollen Anfang Dezember folgen.
Die ersten Reaktionen auf den abermaligen Neustart sind wiederum positiv. Gleichwohl ist ein Erfolg nicht garantiert. Es wird in den nächsten Monaten darauf ankommen, dass jeder Akteur seine eigenen Interessen der gemeinsamen Sache unterordnet. Die Frage des Standorts bedarf der Klärung. Und der endgültige Termin muss möglichst schnell fixiert werden.
Steht das Konzept einmal, wird sich zeigen, wie der Markt darauf reagiert. In einer Zeit, die im Halbjahrestakt neue Veranstaltungen hervorbringt, dürfte es schwer sein, eine (neue) Position zu finden und auszubauen. Die Konkurrenz ist groß. Und die Zahl der Händler nimmt ab. Spürbar ist auch eine gewisse Müdigkeit im Markt. Man sucht klare Orientierung, kein Hin und Her.
Die GDS braucht ein Commitment möglichst vieler, damit aus der Idee ein tragfähiges Konzept werden kann. Dabei schwingt die Sorge mit, dass es dafür trotzdem zu spät sein könnte. Das wollen wir nicht hoffen.