Die ANWR werde in wenigen Jahren eine andere sein. Unter dem Begriff ’Evolve‘ sei ein Prozess in Prozess in Gang gesetzt worden, der mehr ist als eine Transformation – diese habe schließlich ein Anfang und ein Ende und damit greife der Begriff zu kurz, erklärte der Vorstandsvorsitzende Günter Althaus. ’Evolve‘ bedeute vielmehr die stetige, quasi unendliche Weiterentwicklung gemäß sich ebenfalls stetig ändernden Anforderungen. Das umfasse eine Abkehr von den bisher bestehenden Hierarchien, eine Umstellung auf Teams, eine neue Debattenkultur und neue Entscheidungswege.
Auf den beiden Zukunftsforen, die 2016 und 2018 in Mainhausen stattfanden, hat die ANWR bewiesen, dass Sie neue Wege auch in der Darstellung und Präsentation gehen kann. Gemessen daran und an ihrem Anspruch mit Blick auf ’Evolve‘, war die Generalversammlung allerdings noch ausbaufähig.
Es ist unstrittig, dass in einer solchen Veranstaltung gewisse Regularien einzuhalten sind. Eine Generalversammlung ist kein Brainstorming. Aber wenn es schon zu Beginn der Tagung die mehrfache Aufforderung gibt, die anwesenden Händler mögen sich bitte einbringen und Fragen stellen, dann sollte man die Hürden dafür nicht unnötig hoch setzen. Drei Stunden ’Frontalunterricht‘, an deren Ende erst Fragen erlaubt waren (die man sich hoffentlich während der vier Reden notiert hatte), und dann musste noch der Gang auf die Bühne angetreten werden, wo man in gleißendem Licht – Vorstand und Aufsichtsrat im Rücken, das Publikum vor der Brust – seine Anmerkungen machen konnte.
Es gab in Hamburg Händler, die die Gelegenheit nutzten. Und es gab viele, die darauf verzichteten. Vielleicht, weil sich keine Fragen ergeben hatten oder weil hier eine Art Prinzip der trägen Masse gilt, die wahrnimmt, aber nicht reagiert. Vielleicht auch, weil viele Unternehmer derzeit andere Sorgen haben und eigentlich froh sind, dass ihre Verbundgruppe auf ordentlichem Kurs ist. Vielleicht gab es aber auch Teilnehmer, die den Weg nach vorne unter den vorgegebenen Bedingungen schlicht nicht antreten wollten – obwohl sie einiges zu sagen oder zu fragen gehabt hätten.
Günter Althaus versprach, das werde im nächsten Jahr anders gemacht. Das ist gut. Denn wenn man zum Diskutieren einlädt, sollte man dafür die Tür weit öffnen und keine unnötigen Hindernisse errichten.