„Zukünftig setzen wir auf die klare Kommunikation einer starken Marke“, betont Franziska Seibel, seit 2020 Geschäftsführerin und fünfte Generation im Unternehmen. „Das einheitliche Bild stärkt den Markenauftritt im Handel und darüber hinaus die Wahrnehmung der Marke Josef Seibel insgesamt. Weiterhin bedeutet die Konsolidierung auch wirtschaftliche Vorteile für unsere Partner im Handel. Die Kommunikation mit nur einem Lieferanten, nur einem Kundenbetreuer aber auch der Erhalt nur einer Rechnung vereinfachen das Handling von Order bis Zahlung, sparen Zeit und Geld.“
Ab der Saison H/W 2024/25 soll die Marke Josef Seibel über allem stehen und dabei fünf verschiedene Produktsegmente abbilden. „Iconic“ umfasst dabei Tieffußbettsandalen, die laut Josef Seibel 100% in der Schuhfabrik in Hauenstein hergestellt und damit Made in Germany sind. Die Materialien stammen überwiegend aus Europa. Die Gruppe „iGoDynamic“ wird technisch fortschrittliche Modelle umfassen, die den Laufkomfort durch eine innovative Multifit-Technology dynamisch verbessern sollen. „SON – Spirit of Nature“ kombiniert dem Unternehmen zufolge Stilelemente mit Produktkompetenz. Dazu gehören Handnähte, florale Prints sowie die Verwendung von recycelten und natürlichen Materialien wie Kork und Leder. „Josef Seibel“ bietet Lederschuhe mit Funktion, Komfort, Übergrößen, Mehrweiten, Wechselfußbett und anderen Ausstattungsmerkmalen. „Relax“ schließlich umfasst Haus– und Freizeitschuhe, die man nicht nur als Nebenprodukt, sondern in der Tradition der Marken Romika und Westland auf den Markt bringen will. „In herausfordernden Zeiten muss man zusammenrücken, dies gilt sowohl für die Politik als auch im Privaten und in der Wirtschaft“, erklärt Andreas Garnier, Head of Sales, den Schritt. „Die Endverbraucher werden mit Botschaften und Auslegungen überfrachtet, dies führt zu Verunsicherung und letztendlich zu weniger Umsatz für unsere Kunden. Die Konsolidierung unserer Markenpolitik gewährleistet eine klare Kommunikation und damit mehr Orientierung.“
Die Kräfte bündeln
2005 hatte die Seibel-Gruppe das in Trier ansässige Unternehmen Romika übernommen. Zum 1. Januar 2020 hatte der Hauensteiner Schuhanbieter die Markenrechte an Romika für alle europäischen Länder an Deichmann verkauft. Zuvor war der Standort Trier geschlossen worden. Außerhalb Europas lagen die Markenrechte weiter bei Seibel. Geplant war, die seit langem zum Unternehmen gehörende Marke Westland neu zu beleben. Seit 2012 besaß die Seibel-Gruppe die Schuhlizenz der Marke Gerry Weber. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Bielefelder Unternehmens trafen auch den Lizenznehmer. Den Lizenzvertrag hat Seibel inzwischen gekündigt. Mit dem angekündigten Schritt, sich auf die Kernmarke Josef Seibel konzentrieren zu wollen, will die Gruppe nun ihre Kräfte bündeln.