“Wir haben vor der Frage gestanden, wie wir unser Unternehmen für die Zukunft aufstellen”, berichtet Jürgen Küpper, Geschäftsführender Gesellschafter der Leder Küpper GmbH, nachdem die zweite Generation der Familie im Unternehmen tätig wurde. Lange Zeit habe man mit einem Online-Shop geliebäugelt. Doch je weiter die Planungen voranschritten, umso deutlicher traten die damit verbundenen Herausforderungen zu Tage. Daher beschloss man, vorrangig die Filialen in Bochum und Recklinghausen zu modernisieren. Jürgen Küpper ist überzeugt: “Wir sollten uns erst einmal um unsere Geschäfte kümmern.”
Nach schwierigen Verhandlungen mit den Hauseigentümern entschied man sich dafür, nicht in Bochum umzuziehen, sondern in den bestehenden Standort kräftig zu investieren. Das gesamte Ladenlokal in der City wurde komplett entkernt und unter energetischen Gesichtspunkten in vier Wochen mit örtlichen Handwerksbetrieben umgebaut. Da die Lagerräume stark verkleinert wurden, konnte die Verkaufsfläche auf rund 500 qm erweitert werden. Das Vollsortiment kann nun großzügig, offen und für den Kunden greifbar präsentiert werden.
Auch die gesamte Fassade und die Schaufensterfront wurden erneuert. Dabei ist der hintere Teil der Schaufenster nun mit großen Rimowa- und Tumi-Werbebannern verkleidet, so dass auch diese Flächen dem Verkaufsbereich zugeordnet werden konnten. Die neuen großzügigen Schaufenster erlauben nur einen eingeschränkten Blick ins Innere. Stattdessen ziehen inszenierte Warenbilder, die von der hauseigenen Dekorateurin sorgfältig gestaltet und vor weißen Rückwänden mit dunklen Rahmen präsentiert werden, die Blicke der Kunden auf sich.
Wichtige Mitte
In der Präsentation werden zwar einige Marken mit ihrem Label herausgehoben, aber auf Shop-Lösungen wurde bewusst verzichtet. Lediglich in der neuen Reisegepäckabteilung wurde auf Wunsch des Lieferanten ein großzügiger Rimowa-Shop integriert. Weitere Shops kommen für Jürgen Küpper aber nicht in Frage. “Wir wollen kein buntes Sammelsurium und lassen uns auch nicht festlegen.”
Die einzelnen Warengruppen werden thematisch zusammengefasst. Dabei verfolgt Jürgen Küpper ein klares Ziel: “Wir legen Wert auf die breite Mittelschicht. Daher führen wir die Kunden mit mittleren Preislagen an die Ware heran. Wir wollen auch nicht zu edel wirken. Schließlich sollen sich die Kunden zu uns reintrauen.”
Deutlich grenzt sich Leder Küpper ebenso zur Discount-Schiene ab. So deckt z. B. in der Reisegepäckabteilung Travelite den Preiseinstiegsbereich ab. Über Marken wie Stratic und Samsonite wird der Kunde dann an Porsche Design, Rimowa oder Tumi herangeführt. Dieses Konzept spiegelt sich auch im Handtaschenbereich wider. Hier liegt der Einstieg bei Funbag oder Tamaris. Das Sortiment wird im oberen Segment z. B. von Joop und Bogner abgerundet. Seinem Verständnis als Fachgeschäft entsprechend legt Jürgen Küpper zudem besonderen Wert auf Beratung und Kundenservice. “Das wird von uns erwartet.” Regelmäßig stehen folglich Mitarbeiterschulungen auf der Agenda.
Planungen laufen
Zur Eröffnungsfeier lud die Familie Küpper nicht nur das gesamte Personal und die Repräsentanten der Lieferanten, sondern auch die beteiligten Handwerksfirmen ein. In lockerer Atmosphäre zeigten sich die Gäste beeindruckt und bestätigten, dass mit diesem Umbau die Weichen für die Zukunft richtig gestellt wurden. Auch der Eröffnungsverkauf habe sich als voller Erfolg erweisen. Da sich die positive Umsatzentwicklung bis heute fortsetze, kann man nun mit der Planung für die Modernisierung der Filiale in Recklinghausen beginnen.
Der Online-Shop ist übrigens nicht ad acta gelegt – zumal die bisherigen Erfahrungen mit dem Internet durchaus positiv sind. Viele Kunden würden z. B. über diverse Händler-Suchportale auf das Angebot von Leder Küpper aufmerksam und kommen dann häufig auch persönlich in die Filiale. Immerhin informieren sich im Schnitt 70 Kunden pro Tag auf der Homepage von Leder Küpper.