Was knappe zwei Wochen doch alles verändern können! In wenigen Tagen verliehen Stefanie und Holger Bulk ihrer Taschenabteilung einen komplett neuen Anstrich. Anstelle von Chrom und Glas prägen jetzt Holz und die Farbe Weiß die Optik. So kommen die Taschen bestens zur Geltung. “Die Kunden finden es klasse und fühlen sich wohl bei uns”, freuen sich die Fachhändler über die positive Resonanz. Nachdem sie das Geschäft im Jahr 2010 übernommen hatten, trägt es jetzt ihre Handschrift. Hell, übersichtlich – und mit einer Kaffeebar im hinteren Bereich, um das Einkaufserlebnis für die Kunden abzurunden.
Das Taschen-Sortiment, das rund 120 qm der 230 qm großen Verkaufsfläche einnimmt, drückt eine klare Einkaufspolitik aus: “Wir wollen Marken möglichst exklusiv führen.” Dafür steht z. B. das in Deutschland wenig verbreitete schwedische Label Re. Aber auch Labels wie Feldmoser oder W Double You finden Kunden nicht an jeder Ecke. Dazu addieren die Assimisten das NOS-Sortiment ihrer Verbundgruppe, denn: “Nicht jeder Kunde will Marke tragen. Wir wollen auch nicht nur hochpreisig verkaufen, sondern einen breiten Kundenstamm bedienen ohne den Anspruch, jeden glücklich zu machen. Business- und Freizeitartikel sowie Reisegepäck finden Kunden im Untergeschoss. Wegen Platzmangel biete man aber keine Schulranzen an.
Dagegen wird das Sortiment gezielt um branchenfremde Artikel ergänzt. “Die Kunden erwarten immer wieder etwas Neues”, ist Stefanie Bulk überzeugt. Zum Weihnachtsgeschäft präsentierte man erstmals Uhren der Marke Kyboe!. Bei 30 gängigen Modellen sei das Risiko überschaubar. Inspirationen finden die Fachhändler unter anderem bei Städtereisen. Zudem besuchen sie einmal jährlich die Messen in Berlin.
Persönlichkeit ausstrahlen
Stefanie und Holger Bulk wollen mit ihrer Persönlichkeit überzeugen. “Mit unserer Begeisterung heben wir uns von der Konkurrenz ab. Gemeinsam mit Mitarbeitern und Kunden haben wir Spaß beim Verkaufen. Für eine optimale Kundenberatung sind wir auch immer zu viert auf der Fläche.” Bei der Präsentation von Taschen helfen die großzügigen Flächen, die beim Ladenbau bewusst eingeplant wurden.
Ihre Mitarbeiterinnen bezeichnen die Fachhändler als “Kompetenzteam”, in dem jede ihre charakteristischen Stärken ausspielen könne. Daher begleiten sie auch immer zwei Kolleginnen zu dem Lederwaren Messen in Offenbach. Interessant: Die Inhaber beschäftigen bewusst junge Mitarbeiter und gerne auch Studentinnen. Deren mangelnde Einzelhandelserfahrung bewertet Stefanie Bulk nicht als Nachteil. Im Gegenteil: “Sie betrachten unser Geschäft viel stärker aus Sicht der Kundinnen.”
Vielleicht legen Stefanie und Holger Bulk auf diesen Blick von außen gerade deshalb so viel Wert, da sie selbst erst vor zwei Jahren in den Lederwarenhandel eingestiegen sind. Holger Bulk war zuvor zehn Jahre für Samsonite in Norddeutschland unterwegs, seine Frau arbeitete als Übersetzerin im Ein- und Verkauf, bevor sie sich in das Abenteuer Lederwaren stürzte.
Erlebnis Kommunikation
Das Fachhandelsteam hat nicht nur Spaß am Verkaufen, sondern generell an Kommunikation. Immerhin 400 Fans folgen dem Fachhändler inzwischen auf Facebook. Der Aufwand halte sich in Grenzen. In wenigen Minuten sei eine neue Meldung eingestellt. Der Erfolg dieser Aktivitäten lässt sich zwar nicht beziffern. “Aber im persönlichen Gespräch sagt schon der ein oder andere Kunde, dass er eine Tasche oder Marke bei uns auf Facebook gesehen habe”, stellt Bulk fest.
Auch die Kommunikation mit den Mitarbeitern wird gepflegt. In regelmäßigen Besprechungen werden fachliche Belange geregelt, gemeinsames Grillen oder ein Theaterbesuch stärken das Wir-Gefühl.”Wir sind authentisch”, betont Stefanie Bulk abschließend. Das beweisen die Fachhändler auch durch ihren britisch angehauchten Humor. In der Adventszeit werden 24 Nikoläuse im Schaufenster aufgestellt – und jeden Tag ein Kopf abgebissen. Der Übeltäter sollte sich leicht ermitteln lassen. Auf den T-Shirts, welche die Mitarbeiter im Verkauf tragen, steht schließlich deutlich geschrieben: “Ich glaube an den Weihnachtsmann.”