Etliche turbulente Monate hat die Leder & Schuh AG hinter sich, Restrukturierungsmaßnahmen in großem Stil durchgeführt und auch 2015 nochmals rote Zahlen geschrieben; „zum letzten Mal“, wie Vorstand Werner Weber seinerzeit unterstrich. „Das Ergebnis vor Restrukturierungskosten war positiv“, fügt sein Kollege Thomas Weber im Gespräch mit schuhkurier an, doch nun gehe es darum, das Unternehmen für die Zukunft zu rüsten.
Dafür setzt man auf Humanic und Shoe4You als tragende Säulen. „Für uns lautet die Devise: ’Schuster, kehr zu Deinem Leisten zurück‘“, so Weber in Anlehnung an ein gängiges Sprichwort. Humanic und Shoe4You verfügen nach Überzeugung des Vorstands über das gleiche Geschäftsmodell – „und es ist eines, das wir glauben, ganz gut betreiben zu können.“
Die weiteren Konzepte – Jello, Corti, Stiefelkönig, Dominici – sollen Zug um Zug aus dem Portfolio verschwinden. Damit ist im Grazer Unternehmen die Ära des schier unbegrenzten Wachstums mit diversen Konzepten beendet. Thomas Weber will die Vergangenheit nicht weiter kommentieren. Nur soviel: „Das Unternehmen ist nicht in die Bredouille geraten, weil es ein Problem mit dem Geschäftsmodell gab, sondern weil weiter auf Expansion gesetzt wurde, als der Markt begonnen hatte sich zu drehen.“ Gleichwohl sei es an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen und alle Aufmerksamkeit auf die Zukunft zu richten.
Standorte: Neues Konzept für den deutschen Markt
Auch was die Standortpolitik betrifft, gibt es nach Überzeugung Webers einiges zu tun. Während man in den Märkten Tschechien, Slowakei und Ungarn ein valides und solides Geschäftsmodell praktiziere, gelte es, in Deutschland Anpassungen vorzunehmen. „Dieser Markt ist wichtig. Uns daraus zurückzuziehen, ist für uns keine Option“, betont der Vorstand.
Zugleich müsse auch hier die frühere Strategie, Chancen vor allem in der Expansion zu sehen, ad acta gelegt werden. Außerdem: „Früher war es toll, einen Schuhpalast hinzustellen. Nur mit großer Auswahl allein kann ich heute gegenüber Zalando nicht mehr punkten.“ Also sei die Frage zu beantworten, wie man speziell in Deutschland reüssieren könnte. An konkreten Strategien werde derzeit gearbeitet. Bereits fest stehe allerdings, dass man eher auf kleinere Flächen – gern auch in Centern – sowie auf ein ’kuratiertes‘, spitzeres Angebot setzen will.
Weitere Details zur Strategie von Leder & Schuh lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 22.