Mit Kienast befinde man sich derzeit im Closing, so Weber. „Wir gehen davon aus, dass dieser Prozess binnen zwei Monaten über die Bühne gegangen ist.“ Unterdessen habe man konkrete Pläne für den österreichischen Markt gefasst. „Wir haben uns entschieden, nach der Transaktion mit Kienast die Shoe4You-Filialen in Österreich nicht zu verkaufen. Wir sehen die Standorte als integrativen Bestandteil unserer neuen Positionierung“, so Weber. Künftig wolle man sich auf Humanic und Shoe4You konzentrieren und damit den österreichischen Markt „in guter Weise abdecken.“
Humanic bildet dabei ein modisches und auch höherpreisiges Sortiment ab. Shoe4You soll das Angebot als klassisches Fachmarktkonzept ergänzen.
Die Stiefelkönig-Standorte sollen überwiegend in Humanic integriert werden. „Wo es opportun ist, werden wir einige wenige Stiefelkönig-Geschäfte erhalten“, so Weber. Dies sei etwa in Einkaufszentren der Fall, in denen sowohl Humanic als auch Stiefelkönig vertreten sind. Zwischen fünf und zehn Stiefelkönig-Geschäfte könnten auf diese Weise im Portfolio bleiben.
Ähnlich soll mit den Jello-Filialen verfahren werden. Vier Teststandorte wurden bereits in Shoe4You-Geschäfte ’umgeflaggt‘, um in Erfahrung zu bringen, wie die Konsumenten darauf reagieren. Mit der Resonanz sei man sehr zufrieden, so Weber. Aktuell soll intensiv geprüft werden, welche Standorte gegebenenfalls weiter unter Jello laufen sollen und welche in Shoe4You umgewandelt werden. Von nicht mehr profitablen Standorten wolle man sich trennen, so der Leder & Schuh-Vorstand. In welchem Zeitfenster dieser Prozess vollzogen werden soll, werde derzeit evaluiert.
„Wir wollen in Österreich mit unserer Kernmarke Humanic und einer deutlich gestärkten Marke Shoe4You weiter erfolgreich sein“, so Weber.
Aktuell betreibt die Leder & Schuh AG 150 Humanic-Standorte, davon 50 in Österreich. Weiterhin gibt es in Österreich derzeit 37 Shoe4You-Filialen sowie knapp 50 Jello-Geschäfte.
Neben der strategischen Planung der Filialen will das Unternehmen sich auch strukturell und organisatorisch weiterentwickeln. „Unser Ziel ist es, attraktiver, schneller und flexibler zu werden. Das ist uns in 2015 schon recht gut gelungen“, sagt Werner Weber. Zugleich habe man die zurückliegende Saison ohne größere Blessuren überstanden: „Der Winter war nicht das, was wir erhofft haben. Aber wir gehen aus der Saison, ohne über Lagerbestände reden zu müssen“, so Weber.