Lloyd: Was Andreas Schaller von der Schuhbranche in 2017 erwartet
Interview
Andreas Schaller ist ein Freund ehrlicher Worte. In schuhkurier spricht der Lloyd-Geschäftsführer über die Trägheit der Masse, notwendige Veränderungen und Irrtümer.
22.02.2017
Helge Neumann
2 Minuten
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Der Klassiker zum Einstieg: Was erwarten Sie von 2017?
Die Konsumenten werden noch besser informiert und kritischer sein. Die Anforderungen an den Schuhhandel werden steigen – und zwar nicht nur 2017, sondern auch in den Folgejahren. Ich hoffe sehr, dass die Unternehmen für diese Situation Antworten finden, auch wenn dies zweifellos eine schwierige Aufgabe ist. Daher machen wir uns bei Lloyd viele Gedanken, wie wir den Handel unterstützen können. So werden wir im Frühjahr ein neues verkaufsunterstützendes Konzept testen und vorstellen, das es in dieser Form im stationären Handel noch nicht gegeben hat. Damit entsprechen wir den Wünschen der Konsumenten, die mehr Informationen rund um die Produkte einfordern.
Wie fällt ihr Ausblick in wirtschaftlicher Hinsicht aus?
Die Lage wird schwierig bleiben, keine Frage. Es spricht nichts dafür, dass die Frequenz im Handel wieder steigen wird. Umso mehr ergibt sich die Notwendigkeit, die Verbraucher von höherpreisigen Produkten zu überzeugen und den Durchschnittspreis zu steigern. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Handel immer durch Mengensteigerungen gerettet. Jetzt ist eine Steigerung der Mengen jedoch nicht möglich – aber die Kosten steigen weiter. Wenn man also nicht mehr Schuhe verkaufen kann, sollte man teurere Schuhe verkaufen. Ich fürchte jedoch, das haben noch nicht alle in der Branche erkannt.
Wie kann es gelingen, die Durchschnittspreise zu erhöhen?
Dazu müssen andere, neue Konzepte entwickelt werden. Vieles muss überdacht werden: Ist es sinnvoll, dass ein Verkäufer für einen Schuh, der 49,90 Euro kostet, genauso viel durch den Laden rennt wie für ein Modell, das 149,90 Euro bringt? Oder macht es Sinn, wie kürzlich gesehen, neben einem Bestseller unserer Kollektion die günstigere Kopie im Schaufenster zu platzieren? Auch die Kalkulationsbewertung über die Preislagen gehört auf den Prüfstand. Es muss ein Prozess des Umdenkens her, der aktuell leider noch fehlt.
Das ausführliche Interview mit dem Lloyd-Geschäftsführer Andreas Schaller finden Sie in schuhkurier Ausgabe 08/2017.
Zur Person – Andreas Schaller
Andreas Schaller stammt aus einer Schuhhändler-Familie. Seine Eltern betrieben im pfälzischen Bad Bergzabern ein Schuhgeschäft. Nach Ausbildung und Tätigkeit bei einer Bank folgte die Ausbildung zum Handelsfachwirt am EBS. Nach einem einjährigen Abstecher in den Schuheinzelhandel kam Andreas Schaller anschließend zur Rexor, wo er in der Beratung tätig war. Seit 28 Jahren ist der zweifache Familienvater bei Lloyd tätig. Seit 2006 ist er Geschäftsführer.