Sie waren ein Ruhepol im hektischen Treiben der Bread&Butter. Während sich das stylische Publikum durch die Gänge des Tempelhof-Gebäudes schob, herrschte am Stand von Losers Ruhe. Wer sich darauf einließ, wurde schnell zum Staunen verleitet. Denn die japanische Brand präsentierte Sneaker mit einzigartigem Look.
Das japanische Empfinden von Ästhetik und Stil findet Ausdruck in dem Begriff ‘Iki’. Der Ursprung dieser Philosophie, die gewissermaßen in allen Lebensbereichen nach Schönheit und Vollkommenheit strebt, liegt in der Edo-Periode (17. bis 19. Jh). Als Medium, die Iki-Philosophie lebendig werden zu lassen, verstehen die Kreativen von Losers ihre Sneaker-Linie. Dass der Name der Kollektion nur auf den ersten Blick negativ besetzt ist, erklären die Macher so: To lose – englisch verlieren – wollen sie eher als ‘loslassen’ interpretiert wissen, was wiederum auch mit Stolz zu tun habe, mit der Fähigkeit, auch bei Rückschlägen den eigenen Weg zu verfolgen.
Und das tun sie konsequent mit ihrer Schuhkollektion. Sie verzichten dabei auf Logos und Signets. Vielmehr sei das V-förmige Kappendesign ihrer Schuhe Ausdruck und Wiedererkennungsmerkmal der Marke. Mehr brauche es nicht. Ebenso wird auf grelle Farben und starke Akzente verzichtet. Auch dieser Ansatz versteht sich als Interpretation der Edo-Periode. Seinerzeit war es den Menschen verboten, stark leuchtende Farben zu tragen, um jeden Eindruck von Dekadenz zu vermeiden. Und so besteht der Kern der Kollektion vor allem aus Braun- und Grauschattierungen. Was im Übrigen eine erstaunliche Vielfalt ist.
Angeboten werden Modelle für Damen und Herren, wobei Losers neben der Kollektion besonderen Wert auf die Möglichkeit individueller Schuhgestaltungen legt. Da sei, erklärt das Unternehmen, so ziemlich alles möglich.Individualisten dürften sich freuen: Losers gibt es in verschiedenen asiatischen Märkten und den USA. Auf europäischen Boden kann man – mit Glück – die Schuhe bislang nur in UK erwerben. Möglich, dass sich daran demnächst etwas ändert.