Nämlich welche?
Man sendet mit diesem Schuh ein bestimmtes Signal. Sind Sie schon mal längere Zeit in einem Porsche gefahren? Bequem ist das nicht! Niemand fährt Porsche, weil er so bequem ist, sondern weil er damit etwas signalisieren will: Ich habe Geld und ich bin sportlich. Denn wer nicht fit und beweglich ist, kommt aus so einer Schüssel nicht wieder raus. Aber es gibt ja auch noch den Porsche Cayenne. Der verdankt seinen großen Erfolg auch der Tatsache, dass er sowohl das Prestige und das sportliche Image hat, aber auch sehr bequem ist. Mit dem Sneaker verhält es sich ähnlich. Er ist die modische Adaption des Sportschuhs für den Alltag und signalisiert: Ich bin sportlich, gesund und modisch hip. Insofern ist der Sneaker quasi die eierlegende Wollmilchsau unter den Schuhen.
Wie findet man den optimalen Sneaker für seinen individuellen Fuß?
Das A und O ist: Er darf nicht kneifen oder drücken. Das gilt natürlich nicht nur für den Sneaker, sondern für jeden Schuh. Darüber hinaus sollte man schauen, ob er eine Stützfunktion hat oder ob man ihn mit Einlagen tragen kann. Das ist mitunter empfehlenswert, denn am Fußbett wird oft gespart; auf dem Laufband merkt man das schnell. Entscheidend ist aber auch die richtige Längen- und Breiten-Relation des Schuhs. Für mich hat beispielsweise der Asics Gel Kayano genau die richtige Längen- und Breiten-Relation, ebenso wie meine New-Balance-Sneaker, die ich allerdings mit Einlagen ausgestattet habe. Ich trage meine Sneaker etwa, wenn ich viel unterwegs bin, aber auch zum Joggen. Zu diesem Zweck habe ich allerdings separate Paare in Gebrauch.
Demnach schadet es dem Fuß also nicht, wenn man ständig Sneaker trägt?
Dafür gibt es keinen Nachweis.
Worauf achten Sie persönlich bei Ihrer Schuhauswahl im Alltag?
Wenn ich stundenlang im OP stehe, kann ich nicht irgendeinen Sneaker tragen, den ich vielleicht chic finde. Ich wähle die Schuhe, die ich zu den verschiedenen Gelegenheiten trage, schon sehr sorgfältig aus. Wenn ich beispielsweise auf Kongressen bin, bedeutet das, dass ich einen Anzug trage und lange Tage habe, an denen ich viel stehe und herumlaufe. Der Schuh muss also einerseits zum Anzug passen, aber auch sehr bequem sein. In dem Fall greife ich persönlich lieber zu einem leichten Schuh von Lloyd mit Gummisohle als zu einem klassischen rahmengenähten Budapester.
Zusammenfassend kann man also sagen: Wer unbedingt täglich Sneaker tragen will, kann das ruhig tun, es muss nur jeden Tag ein anderer sein?
Abwechslung ist grundsätzlich gut. Daher sollte man den Schuh variieren, einerseits in Form und Zuschnitt, aber auch im Gebrauchszustand. Als Faustregel gilt: vier bis fünf Paar sollte man zum Wechseln schon haben.