Bei der Kollektion die Bremse gezogen
Davor sei die Kollektion kontinuierlich gewachsen, ohne dass es so richtig aufgefallen wäre. Der international agierende Hersteller hat auf immer mehr unterschiedliche Ansprüche in den einzelnen Märkten reagiert. In Asien hätten die Menschen andere Anforderungen an Outdoor-Schuhe als in Europa oder Nordamerika. Mit dem Ziel, all diese Zielgruppen zu bedienen, sei die Kollektion ineffizient und beliebig geworden. Um dem entgegenzuwirken, hat Merrell das Sortiment gestrafft und in drei Säulen zusammengefasst. Die erste Säule wird intern Modern Hiking genannt und umfasst Wanderschuhe, die Mode und Leichtigkeit ausstrahlen sollen. Schwere Wanderstiefel und Hiking Boots für Mehrtages-Touren wurden aus dem Programm genommen. Dieses Segment würden andere Marken bereits besetzen und es gebe nicht viel Wachstum her, so die Einschätzung des US-Unternehmens.
Merrell will mit der Strategie all diejenigen erreichen, die von der manchmal perfektionistischen und kompetitiven Natur der Outdoor-Szene abgeschreckt sind. Stattdessen will die Marke niedrigschwellig deutlich machen, dass es nicht viel braucht, um die Natur zu genießen:
Eigentlich nur gute Schuhe. Freer führt aus: „Vor allem viele Frauen haben zwar Interesse, aber trauen sich nicht ans Thema Outdoor ran, weil sie es als Spezialisten-Thema empfinden, bei dem man viel Vorwissen braucht. Wir wollen die Leute damit abholen, dass jeder eine gute Zeit in der Natur haben kann. Egal, wie fit oder wie leistungsorientiert man ist.“ Passend dazu ist auch das Marketing jung, lifestyle-orientiert und urban: Eine junge Frau geht durch die Stadt und hat einen Kaffee in der Hand. Vielleicht ist sie gerade auf dem Weg zur Arbeit.