Erst Riva, dann Florenz, Berlin und weiter nach Paris, Düsseldorf und Mailand – erste Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Order ist die reibungslose Reiseplanung. Vor allem Einkäufern, die nicht allein auf das Angebot in den regionalen Ordercentern setzen, wird in dieser Hinsicht viel abverlangt. Eine besondere Konstellation ergibt sich im kommenden Februar: am Freitag, den 12. Februar endet die GDS, am Sonntag, den 14. Februar startet die Micam. “Diese Terminierung ist sehr unglücklich”, sagt Edmund Keller vom Schuhhaus Keller in Ludwigshafen. “Wir werden eine Woche unterwegs sein und im Geschäft fehlen.”
Auch Elvira Münchberg vom Schuhhaus Rösel in Hann. Münden sieht den beiden wichtigsten Schuhmessen in Europa kritisch entgegen: “Normalerweise nutzen wir die Zeit zwischen den Messen zur Bewertung der gesammelten Eindrücke und Informationen, um gut vorbereitet in die Order bzw. nach Mailand zu gehen. Im Februar geht es nun Hoppla-Hopp – zu Lasten der Händler.” Dennoch werde sie sich auf den Weg machen. Schließlich sind gerade GDS und Micam für viele Einkäufer unverzichtbar. “Die GDS ist wichtig. Weniger als Orderplattform, sondern mehr als Kontakt- und Infomesse – dort treffen wir viele Lieferanten auf einem Fleck”, sagt Benjamin Krümel von Zalando.
Viel unterwegs ist auch Romy Schoenberg von Shoes Fifty-6 in Saarbrücken: “Wir nutzen die Premium in Berlin als Saisonauftakt, GDS und Micam als Ordermessen und Moda made in Italy, Essenz und Premium München als Saison- und Einkaufsabschluss.” Den früheren Messerhythmus bewertet die Händlerin negativ. “Für uns ist das nicht angenehm. Der Januar ist viel zu früh, der Februar für die GDS ein Killer. Erst die Klamotten, dann die Schuhe – das ist jetzt nicht mehr möglich. Wie soll man Schuhe einkaufen, ohne sich über die Mode sicher zu sein? Die Überschneidung von Premium München und Micam ist katastrophal, gerade weil die Premium als Accessoire-Messe so einen guten Job gemacht hatte! Uns fehlen drei komplette Einkaufstage Mode.”
Auch Hans-Jürgen Robers, Schuhhändler aus Stadtlohn und ANWR-Aufsichtsratschef, sieht den gedrängten Terminkalender skeptisch. “Ich begrüße die Vorverlegung der GDS. Allerdings begrüße ich nicht, dass im Zuge dessen auch alle anderen Termine nach vorne gerückt sind.” Generell würde er sich für Düsseldorf eine “sehr breit aufgestellte Messe wünschen, mit möglichst vielen Kollektionen”.
Alles zu den neuen Messen lesen Sie in der schuhkurier Ausgabe 44. Alle Termine auf einen Blick finden Sie hier.