Hoher Besuch auf der Micam. Zur Eröffnung der Schuhmesse kam Vize-Ministerpräsident und Chef der Fünf-Sterne Bewegung Luigi Di Maio nach Mailand. Ein deutliches Zeichen für die Bedeutung der Schuh- und Modebranche für die italienische Wirtschaft. Der Politiker wurde von Annarita Pilotti, Vorsitzende des Industrieverbands Assocalzaturifici durch die Hallen der Micam geführt, in denen mehr als 1.300 Aussteller ihre neuen Kollektionen präsentierten. Neu dabei waren unter anderem Marken wie Camper, Bikkembergs, Jeffrey Campbell und Lumberjack. Die Bilanz der italienischen Schuhindustrie im vergangenen Jahr fällt gemischt aus, berichtete Pilotti auf der Micam. So ging die Schuhproduktion 2018 nach vorläufigen Zahlen um 2,6% zurück. Zugleich konnte ein neuer Rekord beim Wert der exportierten Schuhe verzeichnet werden.
Die Stimmung auf der Micam
Gemischt war auch die Stimmung unter den Einkäufern auf der Micam. Die vergangenen Monate lasten weiter auf der Branche, das war auch in Mailand deutlich zu spüren. Das emotionale Spektrum reichte vom deprimierten „Tiefpunkt“ bis hin zu einem trotzigem „Jetzt-erst-recht“. Allerdings dürfte die laufende Order die Nerven von Handel und Industrie deutlich strapazieren. „Die Saison wird brutal“, sagte Don Ernens von S. Oliver. Der Niederländer kritisierte vor allem pauschale Limitkürzungen über alle Lieferanten hinweg. Vielmehr sollten doch die Guten gestärkt werden, ist Ernens überzeugt.