Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums im zurückliegenden Jahr griff der Konsum sogar nach einer nahezu historischen Marketing-Aktion: Es gab wieder Konsum-Marken zum Aufkleben. Und es kleben nicht nur die Alten, die das noch aus ihrer Jugend kannten, sondern auch die jungen Leute. Bei einer bestimmten Anzahl Marken gab es einen Rabatt auf den nächsten Einkauf. Altmodisch, mag manch einer angesichts der elektronischen Kundenkarten denken. Die Mehrzahl hingegen fand das – je nach Jahrgang – hübsch bis cool. Das Modell der Genossenschaft sehen die beiden Vorstandmitglieder zugleich als einen der Hauptgründe für die Stabilität ihres Unternehmens. „Natürlich erleben auch wir die deutliche Konsum- zurückhaltung der Kunden“, erzählt Constanze Hebestreit. „Aber wir spüren auch, dass insbesondere die Mitglieder und Stammkunden eine enge Beziehung zu uns haben.“
Knapp ein Viertel des Umsatzes über Schuhe
Schuhe und Lederwaren machen derzeit insgesamt 20 bis 25% des Gesamtumsatzes aller Geschäfte aus. Zwei Schuhgeschäfte der Gruppe treten als Mono-Label-Store auf, Ara und Think. Im Weimarer Högl-Geschäft stehen Schuhe und Textilien gemeinsam auf der Fläche. Drei Schuhhäuser arbeiten seit 1998 unter dem Namen „Antilope“. Hinzu kommt ein Schuhprofi-Geschäft. „Während im Schuhprofi das Preiseinstiegssegment abgebildet wird, dominiert in den Antilope-Stores die anspruchsvollere Schuhmode“, erläutert Christine Krause, die für alle Schuhgeschäfte der Genossenschaft auf Messen und in Order-Zentren die Sortimente zusammenstellt. Im ’Schuhprofi‘ dominieren vor allem die Marken Ara, Rieker, Tamaris, Skechers, Bugatti und andere. In den ’Antilope‘-Stores prägen Gabor, Paul Green, Hispanitas, Högl und andere das Bild. Ähnlich ist das Herangehen in beiden Kaufhäusern: Während das Schiller-Kaufhaus hochpreisigere Marken anbietet, ist das Goethekaufhaus eher die Einkaufsstätte für Weimarer Familien. Einen eigenen Online-Shop hat sich der Konsum Weimar übrigens nicht zugelegt, sondern nutzt die Plattform Zalando.
„Zugleich ziehen wir keine künstliche Grenze zwischen dem Schuh- und dem Textilsortiment“, erläutert Marie-Luise Lippold, die das Warenmanagement verantwortet. „In die reinen Schuhgeschäfte bringen wir, um Bilder zu erzeugen, auch Textilien und Accessoires. Da beispielsweise in Weimar alle Geschäfte eng beieinanderliegen, ist es auch unproblematisch aus dem Schiller-Kaufhaus einen Mantel ins ’Antilope‘-Geschäft herüberzuholen. Gekauft werden kann aber beides.“ Und wenn der Kunde doch nicht findet, was er sucht? Dann ist es in jedem Sinne naheliegend, ihm einen anderen der Löwen-Läden zu empfehlen.