Laut der Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) stand den Deutschen durchschnittlich 6.667 Euro pro Kopf für Einkäufe im Einzelhandel zur Verfügung. Die Höhe des Betrags fällt jedoch regional sehr unterschiedlich aus. Während beispielsweise im Landkreis Starnberg bis zu 8.555 Euro pro Einwohner gemessen wurden, sind es im Stadtkreis Gelsenkirchen 5.645 Euro. „Nicht alles davon fließt jedoch in den stationären Handel, und oft auch nicht in den Handel am Wohnort“, heißt es seitens Gfk. So würde im Vergleich der Einzelhandelskaufkraft mit den regionalen Einzelhandelsumsätzen gezeigt werden können, in welche Regionen es die Kundschaft besonders zieht (182 Kreise in Deutschland) – und wo eher ein Kaufkraftabfluss stattfand (218 Kreise).
Mittelstädte gewinnen Attraktivität
Das Gfk-Zentralitätsranking 2023 wird dabei vor allem von Mittelstädten angeführt. So befinden sich Stadtkreise wie Zweibrücken, Straubing, Kaiserslautern oder Passau an der Spitze des Rankings, dicht gefolgt von Koblenz und Würzburg. Letztere verzeichnen Einwohnerzahlen von über 100.000, während der Rest der Top 10 darunter verläuft. „Der Trend der letzten Jahre setzt sich fort“, sagt Filip Vojtech, Einzelhandelsexperte im Bereich Geomarketing von Gfk. „Mittelstädte gewinnen zunehmend an Bedeutung, während die ganz großen Städte an Attraktivität als Einzelhandelsstandorte verlieren. So verschlechtert sich Hamburg im Zentralitätsranking zum Beispiel um 12 Ränge verglichen mit 2022, bei Berlin sind es sogar 24 Ränge.“ Als zumindest eine Ursache sieht Vojtech die Arbeit im Homeoffice, die sich in vielen Betrieben etabliert hat: „Diese Pendler fehlen jetzt in den Großstädten, sie kaufen stattdessen näher an ihrem Wohnort und in den Mittelzentren ein.“
Der höchste Umsatz nach wie vor in den Großstädten
Laut Gfk machen die Top 10 der umsatzstärksten Städte rund 17% des gesamten Einzelhandelsumsatzes in Deutschland aus. Dabei fließen in der Hauptstadt Berlin beispielsweise 20,3 Mrd. Euro in den stationären Einzelhandel, was einen Anteil von 4,4% am gesamten Umsatz in Deutschland ausmacht. Dabei beobachtet die Studie gleichzeitig, dass die Anteile der umsatzstärksten Kreise von Jahr zu Jahr immer weiter abnimmt. Trotz der verstärkten Anziehungskraft als starker Einzelhandelsstandort schrumpfen die Anteile zugunsten der Mittelstädte stetig.