Von Andersen bis Vaude, von Bree bis Jack Wolfskin. Das Aussteller-Portfolio in Mainhausen konnte sich wahrlich sehen lassen. Über 70 Marken deckten alle Bereiche des Lederwarenfachhandels kompetent ab. Für die Besucher ergab sich damit eine gute Möglichkeit, sich zu einem frühen Zeitpunkt in der Orderrunde einen umfassenden Überblick über die modischen Trends sowie die Kollektionen für F/S 2014 zu verschaffen.
Hier ein attraktiver Grünton, dort ein gebranntes Orange: Die Kollektionen für F/S 2014 präsentierten sich weiterhin farbig. Das zeigte sich bereits beim schnellen Rundgang durch die Hallen. „Allerdings ist alles etwas gedeckter“, erläuterte Lars Föll von Bogner Leather. Neben „edlen Farben“ sowie Puder- und Nudetönen setzt er auf Kroko- und Schlangenprints. Im Männerbereich seien perforierte Leder ein wichtiges Thema.
Nicole Kersten, die bei der Assima für den Handtascheneinkauf verantwortlich zeichnet, prognostizierte im Rahmen des Info-Treffs der Verbundgruppe eine farbliche Beruhigung hin zu ausdrucksstarken Pastelltönen vor allem im Grünbereich. Intensive Farben finden sich verstärkt bei den Rottönen mit sattem Bordeaux als wichtigste Farbe. Daneben setzen neue Orange- und Rosttöne Akzente sowie fast schon psychedelisch anmutende Muster in abgeschwächten Knallfarben wie Lila, Orange, Türkis und Gelb mit Weiß als Basisfarbe. Den Metallictrend, der auch schon im Winter zu sehen ist, schätzt Kersten für den nächsten Sommer als sehr stark ein, umgesetzt nicht mehr nur in Silber- und Goldtönen, sondern in leuchtenden Farben wie Blau, Lila und Smaragdgrün. Harte Materialien und kastige Formen verlieren an Bedeutung, weiche Materialien und weich geformte Taschenmodelle legen wieder zu.
Positive Stimmung
Der Lederwarenfachhandel hat ein schwieriges erstes Halbjahr hinter sich. Goldkrone-Geschäftsführer Hans Peter Stückler spricht von einem „zähen Geschäft“. Per 30. Juni schätzt er im Schnitt mit einem Pari, „vielleicht leicht darunter“. Die Zahlen vor Ort fielen sehr unterschiedlich aus. Gleichwohl sei die Stimmung unter den Besuchern gut, so Stückler.
Am Freitag überzeugte der Besucherzuspruch, Samstag verlief dagegen etwas schwächer aus als im Vorjahr. Das Einzugsgebiet der Veranstaltung beschränkt sich aber nicht mehr auf die Region. Von den neuen Bundesländern abgesehen, nehmen inzwischen Häuser aus ganz Deutschland den Termin wahr, berichtete Stückler.
Neben ihrem Eigenmarkenangebot und Marketing-Aktivitäten stellte die Goldkrone vor allem ihren Bereich E-Services vor. Dieser erfahre immer mehr Zuspruch – auch von Seiten der Lieferanten. Stückler: „Uns ist es wichtig, dass die Lieferanten eingebunden werden mit Produktbeschreibungen, Fotos oder Videos.“
Orderfreude ungebrochen
Traditionell praktisch komplett vor Ort sind die Assimisten. Ihre Orderfreude sei ungebrochen. „Je schwieriger die Zeiten sind, umso wichtiger ist eine gesunde Portion Optimismus im Zusammenspiel mit marktgerechten Kollektionen, abgerundet mit entsprechenden Marketingaktivitäten, um das Umsatzniveau nicht nur zu halten, sondern auch weiter auszubauen“, erklärte Assima-Geschäftsführer Siegfried Despineux. Mit Blick auf die Witterung im ersten Quartal 2013 sowie das hohe Niveau des ZR-Umsatzes bewertete er das leichte Minus von 1,6 Prozent im ersten Halbjahr als positiv.
Die Zentrale bot ihren Mitgliedern die Möglichkeit zur Order von Sonderposten und Sofortware. Das Feedback der Mitglieder zur Kollektion bestätigt die Zentrale in ihrer Sortimentsstrategie. Diese basiere auf einem immer besser funktionierenden Zusammenspiel von Einkaufsabteilung und Sortimentskommissionen, in denen die Mitglieder vertreten sind. „Man kann auch sagen, die Assima hat ihre Hausaufgaben gemacht und bei der Kollektionsentwicklung aktuelle Trends noch stärker mit den Anforderungen seitens Handel und Konsument abgeglichen“, begründete Despineux die guten Orderzahlen. Wichtiger Umsatzmoment der Messe war unter anderem der Geschenkprospekt für die Weihnachtszeit, der mit einem Mix aus modischen Taschen, Kleinteilen und Businessprodukten sowie ansprechendem Layout überzeugte.
Beim Reisegepäck spielten Farbe und Muster eine immer wichtigere Rolle, erläuterte Christian Bödecker. Daher werde dieses Sortiment im Hart- und Weichgepäck weiter ausgebaut.
Angelika Knobloch, Einkaufs- und Marketingleitung Assima, präsentierte die begleitenden Marketingmaßnahmen. Dabei gehöre der Geschenkprospekt nach wie vor zu den wichtigsten Maßnahmen der Abverkaufsunterstützung für die Wintermonate. Ein weiteres Highlight in der zweiten Jahreshälfte ist eine aufwändige Promotion gemeinsam mit Eastpak.
Fazit
Die von der Assima initiierte Messe hat sich nicht nur als Ordermesse etabliert, sondern vor allem auch als Kommunikationsplattform und Trendbarometer für Händler und Lieferanten. Lieferanten haben die Chance, eine frühe Rückmeldung ihrer Top-Fachhandelskunden zu erhalten und damit die Möglichkeit, ihre Kollektion bis zur ILM in Offenbach zu optimieren. Besucher und Aussteller schätzen die Möglichkeit zu intensiven Gesprächen: am Stand, aber auch beim gemeinsamen Mittagessen oder abends auf der Grillparty.