„Möglichst viele Händler zukunftsfähig machen“
Interview mit SABU-Chef Stephan Krug
- 18.08.2025
- Petra Steinke
- 5 Minuten
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Interview mit SABU-Chef Stephan Krug
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Headerfoto: SABU-Geschäftsführer Stephan Krug (Foto: SABU)
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Herr Krug, vor Ihrem Schritt zum SABU waren Sie in der Industrie tätig. Was hat Sie damals an der neuen Aufgabe gereizt?
Stephan Krug: In der Vergangenheit saß ich auf der anderen Seite: Aus meiner damaligen Position in der Industrie heraus haben sich mir immer wieder Fragen gestellt wie: Was sind die Mehrwerte einer solchen Organisation? Wofür zahlt ein Lieferant ihr Geld? Und was macht die Verbundgruppe damit? Ich empfand es als spannend, auf den Prüfstand zu stellen, wie sich eine solche Vereinigung aus rein unternehmerischen Gesichtspunkten führen lässt. Das hat mich gereizt und so sagten wir damals: Wir probieren es drei Jahre miteinander. Ein Test für beide Seiten also. Aus drei Jahren wurden zehn. Offenbar hat es für beide Seiten funktioniert.
Warum haben Sie damals den Schritt von der Industrie zum Handel vollzogen?
Angespornt hat es mich, Transparenz zu schaffen, wofür das Geld, das die Industrie zahlt, eingesetzt wird. Daneben wollte ich auch Mehrwerte vermitteln: Also, was hat ein Industriepartner davon, mit einer Verbundgruppe zusammenzuarbeiten? Ganz plakativ ging und geht es darum, die Händler zukunftsfähig zu machen, sodass sie der Industrie noch lange als verlässliche Handelspartner zur Seite stehen. Wir sind Dienstleister und setzen alle Kraft ein, unsere Händler für die Zukunft zu stärken.
Wo haben Sie seinerzeit die größten Baustellen für den SABU gesehen?
Es fehlte an Transparenz, Struktur und Strategie. Und vor zehn Jahren kam zudem das große Thema des E-Commerce auf. Wir standen an der Schwelle einer einschneidenden Entwicklung, die erhebliche strukturelle Veränderungen mit sich bringen sollte. Der SABU hatte seinerzeit keine guten Digitalisierungs- und E-Commerce-Strategien. Eine große Baustelle zum Start war also die Frage, welche Rolle SABU hier spielen sollte – als Verbundgruppe, aber auch als Dienstleister. Dabei waren wir dann sehr schnell bei Stichworten wie Customer Journey und Touchpoints. Und neben diesen Themen mussten wir uns mit dem Strukturwandel befassen, der auch in den Distributionskanälen stattfand – und uns auch heute noch beschäftigt.
2015 war, so schien es, die Welt im Schuhhandel noch weitgehend in Ordnung. Zumindest auf den ersten Blick. Große Filialisten wie Görtz, Klauser und Dielmann waren feste Größen. Haben Sie die dann folgenden gravierenden Veränderungen im Markt vorherkommen sehen?
In diesem großen Ausmaß nicht. Den meisten, die damals über den Tellerrand hinausgeschaut haben, war schon klar, dass sich, auch getrieben durch den Onlinehandel, Vertriebsstrukturen und Umsätze verschieben würden. Es gab krude Thesen, in denen von einem Onlineanteil bis zu 50 % die Rede war. Ich habe damals gesagt, das halte ich für zu hoch. In anderen Märkten sah man eine Sättigung zwischen 30 und 40 %. Heute sehen wir, dass sich der Onlinehandel auch konsolidiert hat – Stichwort Zalando und About You.
Unterdessen hat ein massives Händlersterben eingesetzt. Mir war damals klar, dass sich der Markt signifikant verändern würde – aber mit dieser Massivität habe ich nicht gerechnet. Görtz und zum Teil auch Leiser waren damals Institutionen. Dass es diese in der bekannten Form mal nicht mehr geben würde, das hat niemand erwartet. Daneben sind viele kleinere und mittlere Firmen aus dem Markt verschwunden.
In einem Statement haben Sie 2016 erklärt, der Einkauf solle sich nicht zu allzu frühen Orders verleiten lassen. Vielmehr sollte der Handel Messen nutzen und Kaufentscheidungen näher am Bedarf treffen. Wurde hier etwas erreicht?
Ich habe vor einigen Wochen mit dem Chef eines Lieferanten gesprochen, der auch schon 25, 30 Jahre in der Branche tätig ist. Ich habe ihn gefragt, ob sich im Hinblick auf die Arbeitsweise im Markt, also Order und Taktung, signifikant etwas verändert habe. Meine Haltung dazu ist klar: Nein, es hat sich nichts wirklich verändert. Wir sind immer noch (zu) stark vororderlastig. In unserer Statistik liegt der Anteil von Vor- und Nachorder bei 85:15. Ich muss also nüchtern feststellen: Es hat sich viel zu wenig verändert. Wir klammern uns noch immer an tradierte Vorgehensweisen. Was wir uns aber auch genauer anschauen müssen, ist die Frage, welche Ware zu welchem Zeitpunkt in den Geschäften sein sollte. Denn die Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen zehn Jahren erheblich verändert. Wir haben längere Sommer und kürzere Winter – wenn es überhaupt Winter gibt. Es gibt Black Friday und Black Week. Dies alles führt zu Veränderungen in der Nachfrage.
In der Quintessenz muss ich aber sagen: Wir arbeiten immer noch fast genauso wie vor 30 Jahren.
2016 haben Sie eine gerechtere Risikoverteilung zwischen Industrie und Handel gefordert. Die mangelhafte Nachlieferfähigkeit der Industrie sei ein Grundübel. Gab es hier Bewegung?
Es gibt erste Ansätze der Verbesserung. Die Nachlieferfähigkeit und Einzelpaarlieferung von Tamaris ist hier als Beispiel zu nennen, ebenso das Nachlieferprogramm von Rieker und Remonte. Gabor hatte schon immer ein großes Nachlieferprogramm. Lloyd hat seines ein wenig gestrafft. Es wird also von einigen Marken in die Richtung gearbeitet – aber das ist noch zu wenig.
Die aktuelle Situation im Markt macht die Lage prekär: Der Handel generiert bestenfalls ein Nullwachstum, aber die Kosten steigen. Auch darauf kam ich in meinem Brandbrief von Juli zu sprechen: Dieser leitet natürlich in die Frage „Was jetzt? Was folgt daraus?“. Wir müssen zu einer Anteiligkeit von Vor- und Nachorder um die 70:30 oder 65:35 kommen. Und wir haben eine große Diskussion, was die Marge betrifft. Eine pauschale Lösung ist schwierig bzw. nicht sinnhaft. Betrachten wir die Situation und peilen an, was angemessen ist, dann sollten wir bei nachlieferbaren Basics mindestens eine Marge von 2,5 plus Mengenrabatte erzielen. Auf alles andere, was nicht nachlieferbar ist und keinen Lagerumschlag bringt, müsste es mindestens 2,8 plus Mengenrabatte geben – das gilt auch für die Sportmarken.
Dort haben wir ein großes Problem mit den Aufschlägen: Statt 100 müssen es mindestens 150 sein. Alles darunter wird schwierig – in einem Markt, der nicht mehr wächst. Es ist ein Henne-Ei-Problem: Wir sprechen viel darüber, aber nur einige Wenige reagieren darauf. Viele warten auf die anderen. Und so vergeht dann wieder ein Jahr.
Stephan Krug bei der Laudatio für Lowa, die 2017 als bester Schuhhersteller ausgezeichnet wurden. (Foto: SABU)
Warum passiert so wenig? Ist der Druck noch nicht groß genug?
Wir hatten in der Vergangenheit ein ganz vernünftiges Branchenwachstum, und das hat manche Themen kaschiert. So war der Veränderungsdruck nicht groß genug. Jetzt ist, um ein Bild aus der Medizin zu bemühen, der Patient in einem schlechten Zustand, und es soll zur Herz-OP angesetzt werden. Nun ist diese Operation mit immensen Risiken verbunden und eine große Herausforderung, denn eine Margenerhöhung würde zwangsläufig zu Preiserhöhungen führen müssen. Schließlich haben auch Lieferanten mit Kostendruck zu kämpfen. Jetzt aber preislich das nachzuholen, was zehn bis fünfzehn Jahre versäumt wurde, das braucht Mut, denn es bedeutet ein kaufmännisches Risiko. Es ist aber aus meiner Perspektive alternativlos. Wenn wir nichts Grundsätzliches ändern, sterben wir einen Tod auf Raten. Aktuell schließen große Filialisten vor allem kleinere Standorte. Das führt dazu, dass Verbraucher in einigen Regionen 40 bis 50 Kilometer fahren müssen, um zum nächsten Schuhgeschäft zu gelangen.
2017 hatten die Verantwortlichen der GDS beschlossen, vom frühen Termin im Juli wieder zu einem späteren zu wechseln und auch eine neue Location in Betracht zu ziehen. Das Ergebnis war die Gallery Shoes. War die damalige Entscheidung ein Fehler?
Es gibt inzwischen so viele unterschiedliche und widersprüchliche Interessen, dass eigentlich die Quadratur des Kreises gewünscht ist. Dem einen ist es zu früh, dem anderen zu spät. Für den einen soll es um die Order gehen, für die anderen nur um Informationen. Hinzu kommt das Thema der Kosten. Vor diesem Hintergrund wird es sehr schwierig, ein sinnhaftes großes Branchenevent zu etablieren. Ich kann sagen, dass unsere Hausmesse ausgebucht ist. Wir verspüren ein großes Interesse, dorthin zu kommen. Wir haben viele Schreibmessen im Markt. Was fehlt, ist eine Info-Messe. Für ein solches Format sehe ich immer noch eine Daseinsberechtigung. Das würden wir auch unterstützen, wenn es eine breite Auswahl an Anbietern abdeckt. Alles andere sehe ich kritisch.
Bernd Schneider und Stephan Krug während der Modenschau der SABU-Messe (Foto: SABU)
Was war in den zehn zurückliegenden Jahren Ihr größter beruflicher Erfolg?
Dieser ergibt sich aus den Themen, die ich als Herausforderung empfunden habe. Der SABU hat sich sehr stark weiterentwickelt, was unsere Vision und unsere Mission betrifft. Dafür mussten wir uns zu Beginn meiner Tätigkeit hinsetzen und überlegen: Wo sind unsere Aufgaben, wo die Aktionsfelder, in denen wir tätig sein wollen? Diese entwickeln sich stets weiter – so haben wir beispielsweise unsere Kompetenz im Bereich Digitalisierung deutlich ausgeweitet. Und auch heute entwickeln wir uns laufend weiter, um unsere Mitglieder beim Weg in die Zukunft nicht nur zu begleiten, sondern sie aktiv und mit gelebter Serviceorientierung zu unterstützen. Insbesondere bin ich stolz darauf, dass wir eine effiziente und leistungsstarke Struktur haben, die aber zugleich durch ihre große Nähe zu unseren Mitgliedern, Lieferanten und dem Markt lebt. An unseren Leistungen und dem Bild der nahbaren Verbundgruppe haben wir hart gearbeitet und werden den Weg konsequent weitergehen. Wir sind gut aufgestellt und haben eine gute Strategie. Zugleich müssen wir auch über den Tellerrand hinausschauen. Wir müssen antizipieren, was in Zukunft kommt, und immer wieder neu überlegen, was das für uns bedeutet.
Und was würden Sie privat als Ihren größten Erfolg bezeichnen?
Dass ich mit der großen Hilfe meiner Frau zwei wohlerzogene Kinder großgezogen habe. Unser Sohn hat auch den Weg in die Branche gefunden. Wir tauschen uns regelmäßig aus. Es ist spannend, wenn sich die nächste Generation mit Themen wie Onlinepräsenz und Distributionsmodellen beschäftigt. Den Dialog dazu finde ich sehr bereichernd. Unsere Tochter ist in Richtung Medizin gegangen und wird nächstes Jahr fertige Zahnärztin sein. Was mich freut, ist, dass meine Kinder einen klaren Wertekanon haben. Den vermisse ich generell manchmal in unserer Gesellschaft. Aber dass meine Frau und ich diesen als Eltern vermitteln konnten, das ist ein großer Erfolg.
Was war für Sie die größte Herausforderung im Amt des Geschäftsführers? Gab es die eine Situation, die besonders schwierig war?
Corona war ein prägendes Ereignis. Es war inhaltlich die größte Herausforderung in den letzten zehn Jahren. Es war aber auch die, die mich am stärksten bewegt hat. Es hingen so viele Einzelschicksale daran, auch was das persönliche Wohlergehen betrifft. Es sind einige Händler an Corona verstorben. Und die Pandemie war ein höchst disruptiver Geschäftsvorfall. Da war Krisenmanagement gefragt. Als Unternehmer konnte man wirklich beweisen, wie man unter Druck Entscheidungen fällt – in unserem Fall für über 500 Handelshäuser mit 1.400 Filialen und Zehntausenden von Mitarbeitenden. Wir waren dank unseres eingespielten Teams sehr schnell im Tun und haben alle Fachbereiche auf die Mitgliederinteressen fokussiert. Die Teilwertabschreibung auf Saisonware ist ein gutes Beispiel dafür. Insgesamt haben wir uns zusammen mit der RSB Bank ordentlich geschlagen. Wir haben unsere Händler in einem Maß unterstützt, das nicht selbstverständlich war. Wir haben vielen beim Überleben helfen können. Ganz ehrlich: Eine solche Situation brauche ich nicht noch einmal. Allerdings ist mir wichtig, dass wir vorbereitet sind, falls es doch so kommt. Darum haben wir hernach auch genau analysiert, was wir aus der Pandemie für künftige Krisenszenarien lernen können.
Stephan Krug eröffnet 2018 das Forum Handel Heute/Morgen. Während der Corona-Pandemie wechselte das Forum ins digitale Format und etablierte sich in dieser Form. (Foto: SABU)
Wie hat Sie das Amt verändert?
Persönlich hat es mich nicht verändert. Ich habe einen sehr klaren Wertekanon. Aber früher habe ich von der Industrieseite auf den Markt geblickt, und nun tue ich es vorrangig aus der Perspektive des Handels. Wir sind ein Teil der Wertschöpfungskette. Das Verständnis dafür und für die Rolle des Handels hat meinen Blick durchaus verändert. Ich verstehe die verschiedenen Beteiligten und ihre Herausforderungen jetzt besser.
Welche Entscheidung aus den letzten zehn Jahren würden Sie heute anders treffen?
Ich glaube nicht, dass ich eine Entscheidung anders treffen würde. Aber ich würde sie schneller und konsequenter treffen. Bei der heutigen Marktdynamik hat man nicht den Luxus, zu zögern. Man muss entscheiden und dabei in Kauf nehmen, dass dabei auch mal ein Fehler passiert. Zu lange warten, das kann heute fatal sein.
Haben Sie dafür ein Beispiel?
Die Umsetzung unserer Digitalisierungsstrategie hätten wir schneller angehen können, zumal wir ohnehin sehr spät dran waren.
Genossenschaften gelten oft als „stabil, aber langsam“. Stimmen Sie zu?
Nein. Aber das war auch meine seinerzeitige Außenwahrnehmung, als ich mich damals für den Job beworben habe. Ich fand Verbundgruppen sehr tradiert und sehr mit sich selbst beschäftigt – und ich wollte genau das nicht. So haben wir uns diesen Anspruch auf die Fahne geschrieben: Der SABU ist schnell und nah am Markt. Wir beschäftigen uns mit den Interessen unserer Mitglieder, unserer Lieferanten, unserer Partner. Natürlich beschäftigen wir uns auch mit uns selbst. Aber nicht zum Selbstzweck, sondern um unsere Strategien und Dienstleistungen auf den Prüfstand zu stellen und uns mit unseren Partnern weiterzuentwickeln.
Sehen Sie Fusionen oder Kooperationen als Zukunftsmodell für Genossenschaften an? Auch bezogen auf den SABU?
Kooperationen sind gut, solange alle Partner etwas davon haben. Die Wissenswelt ist ein gutes Beispiel. Sie kann man als Erfolg bezeichnen. Wir haben sie gemeinsam mit der ANWR auf die Beine gestellt. Analog das elektronische Rechnungsportal RAW, das sich etabliert hat. Solche Kooperationen sind sinnhaft – am Ende muss mehr für alle herauskommen. Auf der anderen Seite belebt Wettbewerb das Geschäft. Er hält eine Organisation frisch und erzeugt Bewegung nach vorne. Wir haben drei Verbundgruppen im Schuhbereich. Schwierig wäre es, wenn es nur noch eine gäbe. Wenn man in einem monopolistischen Umfeld agiert, besteht die Gefahr, sich nicht mehr anzustrengen, weil es keine Alternative, keinen Wettbewerb gibt. Zugleich muss man über Kooperationen nachdenken. Dafür haben wir gute Grundsteine gelegt. Sicherlich lohnt es sich, weiter zu überlegen, wo es noch Möglichkeiten der Zusammenarbeit gibt.
Was hätten Sie beruflich gemacht, wenn Sie 2015 nicht SABU-Geschäftsführer geworden wären?
Dann wäre ich heute im Bereich Industrie tätig gewesen.
Wäre ein Leben ohne die Schuhbranche denkbar gewesen?
Ich fühle mich sehr wohl im Bereich Textil, Schuhe und Sport. Das ist auch eine persönliche Passion. Ohne Schuhe wäre es denkbar, aber dann wäre ich wohl im Textil- oder Sportbereich tätig. Ich habe auch bei größeren Marken textile Erfahrungen sammeln können.
Spendenübergabe während der Corona Pandemie (2020) an die Aufbaugilde Heilbronn. (Foto: SABU)
Ist ein Leben ohne die Schuhbranche für Sie heute vorstellbar?
Nein. Ich kann mir mein berufliches Leben nicht anders vorstellen. Ich liebe das, was ich tue. Es macht mir Spaß und ist meine Passion.
Was motiviert Sie?
Ich will Dinge gestalten. Mich motivieren die Herausforderung und die Vielseitigkeit des Jobs. Ich habe ein sehr gutes Team. Ohne funktioniert es nicht. Und der Spaß darf nicht zu kurz kommen. Wir haben hier eine Menge Spaß.
Worüber können Sie lachen?
Über die Witze von Bernd Schneider kann ich – meistens – lachen. Sie sind gut, aber nicht immer politisch korrekt.
Was war der lustigste Moment?
Wir können uns bei Kollektionsvorlagen über bestimmte Eigenheiten bei Lieferanten amüsieren. Aber grundsätzlich haben wir hier jeden Tag jede Menge Spaß. Mein Category Management lacht sich immer kaputt, wenn ich das Team bei Messebesuchen antreibe, dann aber selbst derjenige bin, der die längsten Gespräche führt.
Was wünschen Sie sich für den SABU?
Ich wünsche mir, dass das, was wir hier tun, am Ende des Tages erfolgreich ist, und dass wir dadurch möglichst viele Händler zukunftsfähig machen. Das wünsche ich mir gerade mit Blick auf die nächste Generation im Handel. Wir haben sehr gute junge Unternehmerinnen und Unternehmer. Ich wünsche mir, dass der Generationswechsel in diesen Firmen gelingt. Und ich hoffe, dass es mehr von diesen jungen Unternehmerinnen und Unternehmern gibt und dass die in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren erfolgreich sind.
Der SABU hat sich auf die Fahnen geschrieben, nah am Markt zu sein. (Foto: SABU)
Wie gelingt es Ihnen, die Interessen unterschiedlich großer Mitglieder beim SABU unter einen Hut zu bringen?
Unser Konzept ist: Was einer alleine nicht kann, können viele zusammen. Wir müssen in vielen Bereichen immer wieder versuchen, möglichst viele gemeinsame Interessen herauszuarbeiten, ohne einzelne zu vernachlässigen. Unterschiedliche Unternehmensgrößen bringen unterschiedliche Anforderungen an uns mit sich. Daher müssen wir immer wieder abwägen: Was sollte zum Grundrauschen eines Dienstleistungsanbieters wie dem SABU gehören? Was ist individuell zu lösen, aber trotzdem wichtig?
Welche Themen sehen Sie für die nächsten fünf Jahre als entscheidend an – auch damit der SABU erfolgreich weiter im Markt besteht?
Digitalisierung im weitesten Sinne des Wortes. Das umfasst auch KI. Wir müssen uns mit dem Grundrauschen beschäftigen: Wie generieren wir Umsatzwachstum, wie sind wir dabei möglichst effizient und vor allem profitabel? Wer sind unsere Zielkunden, wie erreichen und binden wir diese? In welche Bereiche von Ladenbau über IT bis Personal muss investiert werden? Wie kann stationärer Schuhhandel in Zukunft erfolgreich sein? Wie sieht ein erfolgreicher Multichannel-Ansatz über alle Consumer-Touchpoints aus?