Wer hätte gedacht, dass sich hier noch einmal solch ein Wandel vollziehen würde. Bis vor wenigen Jahren war die Downtown von L. A. zu einem unattraktiven Stadtteil verkommen. Hektisches Treiben zwischen 9 am und 5 pm, endlose Verkehrsstaus jeweils zur Rushhour, und nach Büroschluss glich das Finanz- und Regierungsviertel jahrzehntelang einer Geisterstadt, weshalb es aus Sicherheitsgründen weitgehend gemieden wurde. Doch das sollte sich komplett ändern.
Dank privater Investoren konnte erfreulicherweise eine neue Ära eingeläutet werden. Am Anfang stand die vollständige Neugestaltung des Grand Parks, der heute der zentrale Treffpunkt und die grüne Lunge dieses Distrikts ist und genau genommen die Initialzündung für den Imagewechsel darstellte. Erst kamen die urbanen Hipster und die weltoffenen Immigranten, später die Künstler und Galeristen und noch später – wie nicht anders zu erwarten – die Immobilienmakler.
Auch Little Tokyo, ein von asiatischen Einwanderern geprägter Stadtteil Downtowns, konnte davon profitieren. Nach und nach eröffneten auch dort neue Restaurants, hippe Cafés und eine Reihe spannender Geschäfte. Plötzlich wurden leerstehende Räumlichkeiten wieder für Kreative und vor allem abenteuerlustige Jungunternehmer interessant. Zur letztgenannten Spezies zählt das Ehepaar Alana Lobit und Nate Vormehr. Beide waren wild entschlossen, einen eigenen Laden für Mode, Accessoires und Lifestyle zu eröffnen, gefüllt mit einem Sortiment für modebegeisterte Frauen und Männer.”Wir hatten damals das Spezielle gesucht, ein spannendes Umfeld abseits des üblichen Einerleis. Wir wollten keines- falls einer von vielen Läden in einer gewöhnlichen Mall werden. Glücklicherweise zählt Little Tokyo mittlerweile zu den schöneren Stadtgebieten in Los Angeles und wir selbst wohnen nur fünf Blocks vom Laden entfernt. Außerdem passt hier das ganze Drumherum hervorragend zu unserem internationalen Angebot”, so Nate Vormehr.
Fantasie
Der Laden selbst offenbart sich im zeitgemäßen, ultracoolen Gewand, getreu der Devise: Cleane Loft-Atmosphäre trifft Wiederverwertung. Ausgediente Industrie-Maschinen bzw. -Teile wurden kurzerhand zu Warenträgern und anderen Einrichtungsgegenständen umfunktioniert und geben dem Store sein unverwechselbares Gesicht.
Als besonders hervorstechende optische Leckerbissen gelten jedoch die beeindruckende Wandmalerei – die Darstellung eines Baumes von French, einem befreundeten Londoner Illustrator – sowie diverse ausgestopfte exotische Vögel, wie beispielsweise Pfaue, die dem Ganzen eine mystische und gleichermaßen paradiesische Note verleihen. All das bildet den idealen Rahmen für die breitgefächerte Warenwelt. “Accessoires zählen definitiv zu unseren stärksten Umsatzbringern momentan. Wir erleben es oft, dass eine prall gefüllte Einkaufstüte mit einem Schmuckstück oder einem Accessoire den Anfang macht. Insbesondere Hüte und Kopfschmuck haben sich bemerkenswert entwickelt. Deswegen gibt es eine riesige Auswahl, angefangen vom formelleren Fedora bis hin zum lässigeren ‘having-a-bad-hair-day-and- let-me-cover-up-this-mess’-Modell. In einer Stadt wie dieser einfach unentbehrlich! Ganz allgemein wird für Männer ein raffinierter Mix aus Floral und Animal wichtig, mit einer formelleren Optik, sprich Anzug und Krawatte. Für Frauen spielen viel acid-washed- und tie-dyed-Modelle eine Rolle. Die Saison ist geprägt von Post-Rezession – quasi ein sorgloser Lebensstil, der mit Nachhaltigkeit und einem ausgeprägten Umweltbewusstsein einhergeht”, beschreibt Vormehr seine Vision für den kommenden Sommer.
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