schuhkurier: Frau Müller, was beinhaltet der Begriff ‘Nachhaltigkeit’ eigentlich?
Sabine Lydia Müller: Der Begriff besteht – kurz gefasst – aus drei Säulen: umweltfreundlich, sozial und ökonomisch. Ein Unternehmen, das nachhaltig wirtschaftet, sollte alle drei Säulen berücksichtigen.
sk: Wie schätzen Sie das Thema Nachhaltigkeit derzeit ein – gerade auch im Schuhbereich? Stellen Sie fest, dass das Interesse für nachhaltige Produkte bei den Konsumenten steigt?
S. L. M.: Schuhe sind globale Produkte und schon allein deswegen ist Nachhaltigkeit auch in diesem Bereich ein immer wichtigeres Thema. Zunehmend mehr Leute fragen nach Herstellungsbedingungen oder Giftstoffen in Materialien. Leder hatte lange Zeit einen guten Ruf, weil es als natürliches Produkt galt, mit dem ‘man nicht viel falsch machen kann.’ Der hat aber mittlerweile Risse bekommen. Gleichzeitig hat der Verbraucher viel mehr Möglichkeiten als früher, sich rasch und umfänglich Informationen zu beschaffen. Auf der Innatex registrieren wir außerdem Jahr für Jahr mehr Aussteller – das Thema nimmt also sowohl beim Verbraucher als auch in der Industrie mittlerweile einen gewissen Raum ein.
sk: Was muss ein Hersteller beachten, wenn er sich mit dem Thema Nachhaltigkeit konstruktiv auseinandersetzen will?
S. L. M.: Authentizität und Transparenz sind hier die entscheidenden Stichworte. Darüber hinaus muss die Bereitschaft vorhanden sein, sich auf einen langwierigen Lernprozess einzustellen, der nie abgeschlossen sein wird. Denn ebenso wie die Konsumenten lassen sich auch die Produzenten auf etwas Neues ein. Das geht nicht von jetzt auf gleich, sondern erfordert viel Geduld und Mut. Schließlich begibt man sich auf unbekanntes Terrain.
Das ausführliche Interview lesen Sie in schuhkurier-Ausgabe 46.