Die Bundesbürger halten ihr Geld zusammen. Das ist keine Überraschung, aber weiterhin der wichtigste Faktor, wenn es darum geht, die finanzielle Entwicklung der Schuhbranche zu bewerten. Auch im Branchenbericht Schuhe 2025, den das IFH Köln und die BBE Handelsberatung Anfang Juni veröffentlichten, ist die Konsumzurückhaltung das dominierende Thema. Vor allem aber wird das Geld, das die Menschen in Deutschland zur Verfügung haben, tendenziell seltener für Bekleidung und Schuhe aus- gegeben. Flossen im Jahr 2000 noch 5,5% der privaten Konsumausgaben in die Modebranche, waren es 2024 nur noch 3,6%. Für 2029 prognostizieren die Forschenden einen Anteil an den Konsumausgaben von 3,2%.
Das wirkt sich auch auf die absoluten Ausgaben für Schuhe in Deutschland aus. 2024 lag das Marktvolumen der Schuhbranche insgesamt mit 9,5 Mrd. Euro um 0,9% niedriger als im Vorjahr (9,6 Mrd. Euro). Der Vor-Corona-Peak (2019: 9,9 Mrd. Euro) bleibt damit unerreicht. Auch für 2025 prognostizieren die Marktbeobachter nur ein minimales Plus von 0,2% und ein Marktvolumen von 9,56 Mrd. Euro. Ob die 10 Milliarden-Euro-Marke in naher Zukunft geknackt wird, bleibt abzuwarten. In den langfristigen Prognosen bis 2029 wird von einem Wachstum zwischen 0,5% und 1,7% ausgegangen. Das entspricht einem Marktvolumen zwischen 9,8 Mrd. Euro und 10,4 Mrd. Euro. Ob Deutschland einen Weg aus den Jahren der Krisenstimmung herausfindet und wo die Menschen in Zukunft ihre Schuhe kaufen werden, darüber spricht schuhkurier mit IFH Köln-Senior Consultant und Co-Studienautor Hansjürgen Heinick.