„Man hat alles versucht, um die Standorte von Delka/Salamander zu erhalten, und sich dafür einen vermeintlich verlässlichen Partner mit Görtz aus Deutschland geholt“, erklärt Rainer Schrems, Geschäftsführer der Schuhquadrat GmbH, in einer Mitteilung der Rechtsanwaltskanzlei Singer, Kessler & Partner. Zwar habe Görtz alte Delka/Salamander-Filialen übernommen und dort Geschäfte eröffnet. Doch sei der vereinbarte Übernahmepreis für diese Filialen niemals bezahlt worden, ebenso wenig die fälligen Mieten. Neben dem Sanierungsverfahren, in dem Delka/Salamander von Paul Kessler vertreten wird, sollen demnach auch strafrechtliche Vorwürfe gegen Görtz und dessen Vertreter geprüft werden. „Wir, die Gläubiger von Delka/Salamander und viele MitarbeiterInnen, sind fassungslos“, erklärt Rainer Schrems weiter in der Mitteilung und ergänzt: „Ich bin doch schon viele Jahre im Sanierungsgeschäft, aber so etwas habe ich auch noch nie erlebt.“
Im Sommer vergangenen Jahres hatte die Langenfelder Ara AG die Schuhketten Salamander und Delka in Österreich an Rainer Schrems verkauft. 37 Filialen sollten nach der Übernahme geschlossen werden, betroffen waren 300 Mitarbeitende, darunter 200 Salamander- und 100 Delka-Beschäftigte. Schrems ist Manager der Salomo Company Solutions GmbH, einem Unternehmen, das auf die Restrukturierung von Einzelhandelsfirmen spezialisiert ist.
Im Herbst vergangenen Jahres schloss in Wien die letzte Salamander-Filiale. Ebenso verabschiedete sich Delka als Händler aus dem Markt. Die Marke wurde von der Leder & Schuh AG übernommen, die sie nun als Eigenmarke im Bequemschuhbereich führt.
Bis zu zwölf ehemalige Salamander-Standorte in Wien, Linz, Salzburg, Graz, Tulln und Krems übernahm das Unternehmen CK Technology Solutions von Bolko Kissling von Rainer Schrems. In acht dieser Läden wurden laut Medienberichten zunächst Görtz Pop-up-Stores errichtet. Angekündigt wurden neue Konzepte für das Frühjahr dieses Jahres.
In Deutschland gerät Görtz offenbar unter Druck: Wie schuhkurier aus gewöhnlich gut informierten Kreisen erfuhr, droht dem Unternehmen die Kündigung sämtlicher ECE-Mietverträge. Dabei dürfte es sich um rund 20 Standorte handeln.