Das Fazit der Marktforscher ist eindeutig: Cross- und Omnichannel-Shops sind im Schnitt ebenso umsatzstark wie Online-Pureplayer. Und: Auch in puncto Wachstum zeigen sie ähnlich gute Durchschnittswerte, so die aktuelle EHI Studie ’Omnichannel-Commerce 2017‘, die den rund 330 Teilnehmern der EHI Omnichannel Days ’17 vorgestellt wird.
Solides Wachstum
Auch wenn 16% der Pureplayer sich über Wachstumsraten von über 20% freuen können, im Durchschnitt liegen sie in dieser Gruppe bei 10,3%. Jeder Zehnte von ihnen hat sogar Umsatzrückgänge von mehr als 20% zu verzeichnen. Bei den Cross- und Omnichannel-Shops gibt es zwar seltener Spitzenwachstumswerte, aber im Durchschnitt erwirtschaften sie einen ähnlich guten Umsatzzuwachs von 10,2%. Außerdem haben in dieser Gruppe nur 3% Umsatzeinbußen von mehr als 20%. Omnichannel ist nach Auffassung des EHI Retail Institutes demnach ein lohnendes Konzept.
EHI-Studie ’Omnichannel-Commerce 2017‘ (Grafik: EHI Retail Institute)
Mäßige Verbreitung
Von den Top-1.000-Onlineshops in Deutschland verfolgen laut EHI-Studie 169 ein Cross- und Omnichannel-Konzept. Die Verbreitung entsprechender Services ist aber noch ernüchternd. Nur Click & Collect ist bei fast allen (169) im Angebot, allerdings kann der Kunde dann zumeist nur online bezahlen (164). Click & Collect mit dem Zusatzservice, erst bei Abholung der Ware in der Filiale zu zahlen, bieten 123 Shops an. Instore-Return (59) und Online-Verfügbarkeitsanzeigen (69) haben sich vielfach noch nicht durchgesetzt. Zudem betreibt fast die Hälfte der Cross- und Omnichannel-Shops weniger als 5 Filialen, was bedeutet, dass Services, bei denen man beispielsweise ein online erworbenes Produkt im stationären Laden retournieren möchte, nur sehr regional beschränkt nutzbar sind. Allerdings gilt auch: Je höher die Filialzahl, umso höher i.d.R. auch die Anzahl der Services.
Rund 50 Händler gibt es in Deutschland, die trotz des Aufwandes der Omnichannel-Integration in ein großes Filialnetz den Schritt zum kanalübergreifenden Handel konsequent gehen.