Von Juli bis September 2016 verzeichnete die Branche der Interaktiven Händler (Online- und Versandhandel) laut bevh einen Umsatz von 13,7 Mrd. Euro. Der E-Commerce beläuft sich auf einen Umsatz von 12,5 Mrd. Euro und hat somit einen Anteil von 91,4% am Branchengesamtumsatz des Interaktiven Handels. Unter den Top Five Warengruppen im Interaktiven Handel (Online- und Versandhandel) gab es im aktuellen Erhebungszeitraum etwas mehr Bewegung. Gewohnt stark blieb weiterhin die Warengruppe Bekleidung, mit einem Umsatz von 3,1 Mrd. Euro (+4,2 Prozent). Die Bekleidungsbranche stellt den größten Anteil am Gesamtumsatz des Interaktiven Handel von aktuell 22,4%. Die zweitstärkste Warengruppe im Interaktiven Handel Elektronikartikel und Telekommunikation, verzeichnete einen Umsatz von 2,1 Mrd. Euro (+11,2 Prozent). Auf dem dritten Platz befindet sich in diesem Quartal erstmalig die Warengruppe Möbel, Lampen und Dekoration mit einem Umsatz von 960 Mio. Euro (+ 33,1 Prozent). Möbel verdrängen damit Schuhe, diese Warengruppe kommt mit einem Umsatz von 923 Mio. Euro (+5,1 Prozent) auf den vierten Platz. Der E-Commerce-Anteil beträgt hier 95%.
Experte: „Warnsignal für den stationären Handel“
„Auch das dritte Quartal in 2016 zeigt, dass die Entwicklung im E-Commerce wieder rasanter verläuft, als viele Experten vorausgesagt haben. Vor allem die großvolumigen Warengruppen gehen jetzt in beschleunigtes Wachstum über und beflügeln dabei erneut die Online-Pure Plays. Der stationäre Handel sollte dieses als Warnsignal sehen, um sich nicht erneut die Butter vom Brot nehmen zu lassen,“ erklärte Gerrit Heinemann, Professor für BWL und Handel und Leiter des eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein. Professor Heinemann begleitet als Handelsexperte die Studienarbeit des bevh.
Prognose für das Jahr 2016 wird übertroffen
Zu Beginn des Jahres stellte der bevh eine Wachstumsprognose von 12% für den E-Commerce und 4% für den gesamten Interaktiven Handel (Online- und Versandhandel) auf. Bereits jetzt liegt die Branchenentwicklung über dieser Prognose. Kumuliert zeigt sich aktuell für den E-Commerce ein Wachstum von 14,7% und für den Interaktiven Handel ein Wachstum von 9,6%. Der E-Commerce-Verband geht davon aus, dass die Prognose mindestens erfüllt wird. Das vierte Quartal werde für den Online- und Versandhandel erfahrungsgemäß das wichtigste und zugleich umsatzstärkste Quartal.