schuhkurier: Herr Dr. Ewig, Mit welchen Herausforderungen beschäftigen Sie sich derzeit?
Dr. Marcus Ewig: Wir arbeiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung unserer Marke. Wobei wir die aktuell schwierige Situation im Handel durchaus auch spüren. Der Kostendruck wird immer größer, was dazu führt, dass im Einkauf eine gewisse Vorsicht herrscht. Daraus entsteht ein regelrechter Teufelskreis: Einerseits sollen Händler mutig und innovativ agieren und neue Impulse in ihren Sortimenten setzen. Andererseits lähmen vielfach Liquiditätsprobleme. Keiner weiß so recht, wie er daraus ausbrechen kann. Gerade kommen wir von einer Reise nach Österreich zurück, wo die Situation sogar noch schwieriger ist als in Deutschland. Peter Kaiser ist dort sehr gut positioniert, allerdings schwächelt die Konjunktur und der Handel stagniert, weil generell wenig Konsumlust spürbar ist. In Deutschland ist die Konjunktur besser, jedoch hat dies derzeit wenig positive Auswirkungen auf den Mode- und Schuhhandel. Es muss ein Umdenken erfolgen: Die Kunden wollen nicht die fünfte Jeans, die 17. Bluse und das 28. Paar Schuhe kaufen. Sie wollen sich aber durchaus etwas gönnen und investieren in ihr Zuhause, in Reisen oder in Unterhaltungselektronik. Dies ist nicht unbedingt darauf zurückzuführen, dass der Handel massive Fehler gemacht hat.
Das angesprochene Umdenken erfolgte auch bei Peter Kaiser: Sie haben an Ihren Kollektionen gearbeitet und diese modernisiert. Welches Echo erhalten Sie darauf aus dem Handel und von den Verbrauchern?
Peter Bangelmeier: Wir haben vieles neu gemacht, bekommen diese Veränderungen aber nicht unbedingt in dem Tempo und Ausmaß in dem Markt, das wir uns wünschen würden. Speziell im hochwertigen Bereich wird weniger konsumiert. Händler scheuen das Risiko bei sehr modischen Modellen. Sie laufen unter Umständen aber Gefahr, ihren Kunden nichts Neues bieten zu können.
Wir als Lieferant sind gefordert, hier Konzepte zu finden, um gemeinsam mit dem Handel zu wachsen. Wir können dieses Thema aber nicht über Konditionen steuern – dann könnten wir nicht existieren. Die Frage, die uns gemeinsam bewegen muss ist: Wie können wir unsere Schuhe in den Markt bringen?
Das vollständige Interview finden Sie in der schuhkurier Ausgabe 31/2015, die auch bei unserem Messestand auf der GDS (29. bis 31. Juli) ausliegen wird.