Das Gericht hat den Anträgen beider Gesellschaften mit Sitz in Obertshausen nach eingehender Prüfung der Unterlagen entsprochen, teilt der Lederwarenspezialist mit. Die Unternehmensleitung hat für die anstehende Sanierung die Restrukturierungsexperten Holger Rhode und Dr. Raul Taras, beide Partner der Kanzlei Görg, sowie Thomas Montag, Partner der Unternehmensberatung Montag & Montag, in die Geschäftsführung berufen. Sie unterstützen das Unternehmen bei den nun anstehenden Aufgaben.
„Wir gehen mit klarem Fokus in diese Verfahren. Die konkreten Schritte erarbeiten wir jetzt gemeinsam mit den Restrukturierungsexperten“, sagt Geschäftsführer Martin Picard. Die Verantwortlichen gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass Picard die gerichtlich beaufsichtigten Sanierungsverfahren noch im Herbst 2026 wieder verlassen kann.
Die Geschäftsführung führt gemeinsam mit den Restrukturierern die Geschäftsbetriebe in beiden Gesellschaften mit allen insgesamt 90 Beschäftigten uneingeschränkt fort. „Wir bieten in den Marken-Stores an den Flughäfen Frankfurt am Main und München sowie im Online-Shop weiter unser Sortiment an Lederwaren und Accessoires an und beliefern wie gewohnt unsere Handelspartner“, sagt Restrukturierungsexperte Holger Rhode.
Die Eigenverwaltungsanträge wurden laut Geschäftsführung notwendig, da Picard aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage eine erhöhte Kaufzurückhaltung seiner Kundinnen und Kunden spüre.
Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten seien bis auf Weiteres gesichert. Zur vorläufigen Sachwalterin bestellte das Gericht in beiden Sanierungsverfahren Nadja Raiß von der Sozietät K&L Gates. Wie vom Gesetzgeber in der Eigenverwaltung vorgesehen, begleitet sie die Sanierung im Sinne der Gläubiger.