Der Fachkräftemangel in Deutschland hat zuletzt wieder zugenommen. Das zeigen aktuelle Zahlen des Ifo-Instituts: Im Juli 2026 gaben 23,2 % der vom Institut befragten Unternehmen an, dass ihnen qualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Im Handel beträgt der Anteil 16,2 %. Das Institut weist darauf hin, dass die schwache Konjunktur den Personalbedarf derzeit begrenzt. „Mit einer stärkeren wirtschaftlichen Erholung dürfte auch der Fachkräftemangel aber wieder deutlicher zunehmen“, sagt Ifo-Forscherin Daria Schaller.
Gerade beim Thema Nachwuchs steht der Einzelhandel vor Herausforderungen. Nach einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland vom Frühjahr 2026 haben 63 % der befragten Handelsunternehmen Schwierigkeiten, geeignete Auszubildende zu finden. Nur gut ein Viertel konnte im Ausbildungsjahr 2025 alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen, mehr als ein Drittel vergab trotz Ausbildungsbereitschaft keinen einzigen. Auch die BBE Handelsberatung warnte im April vor wachsenden Problemen bei der Unternehmensnachfolge im Mittelstand und im Handel.
Auch für die Schuhbranche ist die Nachwuchssicherung ein Thema. Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung zeigen, wie klein der Bewerber- und Ausbildungsmarkt in einzelnen branchenspezifischen Berufen ist: 2025 wurden in den Bereichen Industrie und Handel bundesweit lediglich 18 neue Ausbildungsverträge für Schuhfertigerinnen und Schuhfertiger abgeschlossen. Im Jahr 2024 waren es 15.
Der Verband HDS/L führt den Schuhfertiger neben der Fachkraft für Lederverarbeitung und verschiedenen Sattlerberufen als einen der branchenspezifischen Ausbildungswege.
Die Zahlen verdeutlichen: Die Gewinnung von qualifiziertem Nachwuchs bleibt sowohl für den Handel als auch für die Schuhindustrie eine herausfordernde und langfristige Aufgabe.