Prada treibt sein Projekt „Prada Made in India x Inspired by Kolhapuri Chappals“ weiter voran und hat eine limitierte Sandalenkollektion weltweit in 40 ausgewählten Stores sowie online lanciert. Die Modelle sind von den traditionellen Kolhapuri-Sandalen inspiriert und werden in Indien von Handwerkern aus Maharashtra und Karnataka gefertigt. Der Verkaufspreis liegt bei 750 Euro.
Jedes Paar wird mit einem Informationsblatt zur Geschichte der Sandalen ausgeliefert, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Die Fertigung erfolgt bis heute in acht Distrikten Indiens. Prada arbeitet dabei mit zwei staatlichen Organisationen zusammen, die sich der Förderung der Lederindustrie und dem Erhalt dieses kulturellen Erbes widmen.
Die Zusammenarbeit folgt auf Kritik, die das Unternehmen nach seiner Frühjahr/Sommer-Schau 2026 erhielt: Gezeigte Sandalen erinnerten stark an die traditionellen Kolhapuri-Modelle. Nach öffentlichen Reaktionen intensivierte Prada den Dialog mit lokalen Handwerkern und Institutionen.
Parallel zum Produktlaunch hat die Prada Group ein umfassendes Ausbildungsprogramm ins Leben gerufen. Über einen Zeitraum von drei Jahren sollen insgesamt 180 Handwerker in strukturierten Modulen geschult werden. Ziel ist es, gestalterische und technische Fähigkeiten weiterzuentwickeln und an aktuelle Marktanforderungen anzupassen.
„Bildung ist eine tragende Säule, um sicherzustellen, dass das Handwerk eine lebendige Praxis bleibt. Mit diesem Ausbildungsprogramm setzen wir einen gemeinsamen kulturellen Dialog in konkrete Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten um“, sagt Lorenzo Bertelli, Leiter der Abteilung für soziale Verantwortung der Prada-Gruppe. „Die Unterstützung von Handwerkern durch strukturierte Ausbildung bedeutet, Wissen zu bewahren, lokale Gemeinschaften zu stärken und dafür zu sorgen, dass sich das traditionelle Handwerk weiterentwickelt und gedeiht.“
Das Programm wird laut Unternehmensangaben vollständig von Prada finanziert und in Zusammenarbeit mit renommierten Design- und Ausbildungsinstituten umgesetzt. Neben handwerklichen Inhalten stehen auch digitale Kompetenzen sowie Markt- und Trendverständnis im Fokus.