Positiv ist zu werten, dass es in den Gesprächen auf der GDS vor allem und endlich wieder um wirkliche Inhalte ging – und nicht um die Frage, wann der optimale Messetermin ist.
17.02.2016
Petra Salewski
2 Minuten
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Am Ende siegt der Pragmatismus. Klagen, Rumoren und sogar auch der Ruf nach Revolution sind nachvollziehbare und bisweilen durchaus notwendige Begleiterscheinungen, wenn sich Dinge ändern. Letztlich aber braucht es immer den klaren, nüchternden Blick, um eine Situation wirklich bewerten zu können. Und es braucht immer auch Geduld, um den Dingen ihren Lauf zu lassen.
Die GDS ist ein gutes Beispiel für die allgemeine Situation der Branche. Schon zum Start der Orderrunde im Januar war viel Unruhe zu verspüren. Es läuft nun einmal nicht richtig rund derzeit. Und so war die Sorge im Vorfeld der Düsseldorfer Schuhmesse groß. Denn sie ist ein wichtiger Indikator. Wie würde sich die Frequenz entwickeln? Wie die Interna-tionalität? Was würden die Aussteller zu bieten haben, damit der Handel in der kommenden Saison wieder beim Verbraucher punkten kann? Würde die GDS zwischen Karneval und Micam zum Desaster werden? Oder doch zum Erfolg?
Viele Fragen haben inzwischen Antworten gefunden. Nein, die GDS war keine ’Rundum-Sorglos‘-Veranstaltung, die allerorten nur von glücklichen Gesichtern begleitet wurde. Längst nicht alle Aussteller fuhren zufrieden heim. Und bei weitem nicht alle Händler waren in Düsseldorf erfolgreich bei ihrer Suche nach modischen Innovationen für ihre Sortimente. Ihrem Anspruch, internationale Leitmesse zu sein, wurde diese GDS nicht gerecht. Und so zogen auch die Veranstalter der Messe eine eher durchwachsene Bilanz. Es hätte von allem mehr sein können. Mehr Besuch. Mehr internationales Publikum. Mehr Mode. Mehr Mut. Mehr Aufbruchstimmung.
Gleichwohl ist positiv zu werten, dass es in den Gesprächen am Rhein vor allem und endlich wieder um wirkliche Inhalte ging. Die naturgemäß nicht eindeutig zu beantwortende Frage, wann denn nun der richtige GDS-Termin sein könnte, sie dominierte nicht mehr jede Diskussion – und erwies sich damit nicht mehr als sicherer Killer für alle anderen Themen, die dringend und intensiv zwischen Industrie und Handel erörtert werden sollten. Hitzige Debatten über den optimalen Zeitpunkt der Messe gab es zum Glück kaum; Polemik blieb eine eher amüsante Randerscheinung als Graffiti-Kritzelei auf der Rückwand eines Messestandes.
Was jetzt hilft, ist die pragmatische Hinwendung zu den Aufgaben, die erledigt werden müssen. Denn die Situation ist, wie sie ist. Dicht an dicht folgen die Messen in unserer Branche aufeinander. Und es werden immer mehr. Zugleich verteilt sich der Kuchen im Markt neu. Immer weniger Händler beanspruchen immer größere Anteile für sich. Auch auf Industrieseite verändert sich vieles. Die Kauflust schwächelt. Die Organisatoren der GDS tragen dafür nicht die Verantwortung. Und sie können diese Entwicklungen auch nicht aufhalten.
Der Markt wird entscheiden, wohin die Reise geht. Am Ende siegt der Pragmatismus. Und das ist auch gut so.