Mit einem neuen Eingangsbereich, optimierten Laufwegen und einem maßgeschneiderten Rundum-Service wollte die Premium den Einkäufern den Messebesuch diese Saison so angenehm wie möglich machen. Eine Rechnung, die aufgegangen ist – die Stimmung am Gleisdreieck war so euphorisch wie lange nicht mehr.
Eine klarere Hallenführung, ein informatives Premium-Magazin, mehr Hilfs-
personal und ein geführter Messerundgang in fünf Sprachen für alle Messebesucher, die zum ersten Mal am Gleisdreieck waren – die Premium hatte sich einiges überlegt, um einen Schritt nach vorn zu machen. Auch das Brandmatch-System, mit dem Händlern ins Sortiment passende Marken vorgeschlagen werden, wurde erstmals getestet. Mehrfach von den Ausstellern gelobt wurde die qualitativ hochwertige Besucherstruktur auf der Messe. „Wir haben viele Händler begrüßen dürfen, die noch nie oder zumindest schon lange nicht mehr in Berlin waren“, bestätigte Premium-Chefin Anita Tillmann und verkündete ein Besucherplus von 20% gegenüber der Vorsaison. Der Messedienstag sei sogar der stärkste Messetag aller Zeiten gewesen, so die Veranstalterin. „Es wurde an allen drei Tagen gearbeitet und geordert. Die Stimmung war hervorragend“, fasst Tillmann zusammen. Die Aussteller konnten die positive Stimmung und das Interesse am Produkt unterstreichen. „Es fällt auf, dass sich die Händler endlich wieder eine Kollektion genauer anzuschauen“, sagte Alexander Pospisil von dem Label Homers. „Hier trifft man alle wichtigen Kunden und sie nehmen sich diese Saison mehr Zeit für das Produkt“, bestätigte auch Michael Mitterer von der Agentur Brandpool. Gut besprochen wurde die Entwicklung der Halle 4 – neben einer Handvoll Taschenausstellern stehen dem Produkt Schuh hier rund 500 qm mehr zur Verfügung; insgesamt 15 neue Schuhmarken sind hinzugekommen. „Hier wird eine Plattform für Schuhe geschaffen, die einen größeren Kundenkreis anspricht. Davon profitieren alle“, sagt Michael Mitterer. Das nahm auch Airstep zum Anlass und präsentierte nach einigen Saisons auf der Bread & Butter seinen Relaunch unter neuem Namen A.S. 98 erstmals auf der Premium. Aigner stellte ebenfalls zum ersten Mal seine Schuhkollektion unter neuer Lizenzpartnerschaft vor.
Schwarz, Schwarz, Schwarz, Grau
Bei den Schuhkollektionen stach vor allem eines ins Auge: Schwarz. Die Nichtfarbe war omnipräsent, wurde aber neu und spannend interpretiert durch Materialkombinationen, Prägungen und Finishes. „Schwarz, Schwarz, Schwarz, Grau, Bordeaux und dann ist der Ofen schon aus“, brachte Daniela Romano von Catarina Martins die Nachfrage nach Farbe auf den Punkt. „Das Kollektionsbild ist ruhiger und zurückgenommener“, bestätigte Marcus Meyer von Ash bezogen auf Details und Dekorationen. Hahnentritt gesellt sich zu den Dessins der Saison, bestehend aus Animal Prints (auf Ponyfelloptiken) und Camouflage. Metallics zeichnen sich sowohl als schimmernde Ledern ab, als glänzender Akzent, auffälliger Absatz oder auch kompletter Ton-in-Ton-Look. Herbstsneaker sind ein Thema, „die größte Herausforderung ist es aber, eine Weiterentwicklung vom Sneaker zum Schuh zu finden“, meint Uwe Deinert von Vic und präsentiert spitze Schnürschuhe auf extrabreiten, flexiblen Profilsohlen. Viel Bewegung zeigt sich im Boots-Bereich. Bikerstiefel zeigten sich mal mit obligatorischen Riemen und Schnallen, mal mit gepolsterten Schäften. Daneben sind Dr. Martens-Typen ein Hinweis für den Übertrend der Saison: Grunge! Auch wenn sich stilistisch das Meiste auf mittleren Höhen tut, werden Langschäfter – jetzt kniehoch – gut besprochen. Viel war auf der Premium davon allerdings noch nicht zu sehen.