Welche Synergien ergeben sich aus der Übernahme der Show & Order durch die Premium Group?
Anita Tillmann: Man kann sagen, dass die Premium Group mittlerweile die führende Veranstalterin von Modemessen mit hoher Marktrelevanz in Europa ist. Das neue Konzept der Show & Order ergänzt optimal unsere weiteren Veranstaltungen, die unter der Premium Group zusammengefasst sind, da es sowohl konzeptionell wie auch preislich eine Lücke schließt. Durch die konsequente Profilierung und deutliche inhaltliche Abgrenzung der einzelnen Messekonzepte untereinander schaffen wir klare Strukturen. Wir bündeln Kompetenz und Wissen, um Potenziale bestmöglich auszuschöpfen und der Branche zu einem frühen Termin in der Saison ein ideal aufeinander abgestimmtes handelsrelevantes Gesamtportfolio in Berlin zu präsentieren. Darüber hinaus schaffen wir Synergien auf vielen weiteren Ebenen, wie unter anderem bei Planungs- und Produktionsabläufen, durch optimierte Logistik- und Serviceangebote sowie durch gebündelte, zielgerichtete Kommunikation in Richtung Handel und Industrie. Die Show & Order profitiert darüber hinaus von der Gruppen-Kompetenz in Bezug auf Trend-Analyse und Innovationskonzepte sowie von unserem weitreichenden internationalen Netzwerk.
In der Mitteilung zur Übernahme hieß es, dass auf der Show & Order verstärkt feminine Schuhkollektionen gezeigt werden sollen – was heißt das konkret? Gibt es hier bereits neue Aussteller?
Verena Malta: Meine bisherigen Aussteller haben bereits überwiegend feminine Damen-Kollektionen präsentiert. Nach der Überarbeitung und Neudefinition des Konzeptes folgen wir prinzipiell dieser Richtung und ergänzen das bestehende Portfolio aus Fashion und Accessoires um feminine Schuhkollektionen. Es ist kein Geheimnis, dass Händler inzwischen alle Modesegmente für die Zusammenstellung eines Gesamtlooks suchen. So haben wir, die Premium Group und ich, uns dafür entschieden, dieser Nachfrage nachzukommen und das Angebot um feminine Schuhkollektionen, die bisher kein Zuhause in Berlin hatten, zu erweitern. Wir glauben, dass dies eine sinnvolle Ergänzung für das Konzept der Show & Order ist. Insbesondere im Schuhbereich gibt es eine steigende Nachfrage danach, die Trends im Kontext mit Fashion und Accessoires zu zeigen. Wir sorgen dafür, dass die Kollektionen kuratiert und aufeinander abgestimmt sind sowie in ihrer Gesamtheit eine Erlebniswelt schaffen. Ziel ist es, das Preisniveau zwischen Panorama und Premium zu besetzen und die Kollektionen in einem persönlichen und charmanten Ambiente zu präsentieren. Mit einer rein auf Damenkollektionen ausgerichteten Messe so früh in der Saison schließen wir eine Lücke in der europäischen Messelandschaft – inhaltlich wie preislich.
Welche Auswirkungen hat die Stärkung des Schuhsegments auf die Premium?
Anita Tillmann: Keine. Das Konzept der Show & Order ist klar von dem der Premium abgegrenzt – einerseits durch das Preisniveau und anderseits durch die Tatsache, dass die Show & Order ausschließlich feminine Kollektionen zeigt, während die Premium die komplette Bandbreite über alle Modekategorien präsentiert. Im Zuge der Neukonzeptionierung konzentrieren wir uns darauf, die richtigen Schuhkollektionen auf der Show & Order zu integrieren und neue Marken nach Berlin zu holen. Welche Marke zu welchem Messekonzept passt, entscheiden wir von Fall zu Fall bzw. von Brand zu Brand individuell. Das Ziel der Premium Group ist es, die sich bewerbenden Marken gemäß ihres Brandkonzeptes, ihrer Vertriebsstrategie und ihrer Markengeschichte einzuordnen und ihnen die Messeplattform anzubieten, auf der sie optimal positioniert sind. Unser Ziel ist es, Ausstellern und Einkäufern das bestmögliche Messeergebnis zu bieten. Es geht also nicht um Umverteilung, sondern um gezielte Positionierung.
Das vollständige Interview mit Anita Tillmann und Verena Malta lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 44.