Die kanadische Aufsichtsbehörde Canadian Ombudsperson for Responsible Enterprises (CORE) ermittelt wegen eines schwerwiegenden Verdachts gegen den Modehersteller Ralph Lauren Corporation. Innerhalb der Lieferketten hätte das Unternehmen Einrichtungen zur Zwangsarbeit von Uiguren, von denen das Unternehmen profitiere. Diese seien vor allem in der chinesischen Provinz Xinjiang vorhanden. Mit 12,8 Mio. Uiguren leben rund 90% aller Uiguren weltweit in der Provinz.
CORE liege nach eigenen Angaben „überzeugende Beweise“ vor, die die Ermittlung rechtfertigten. Eine Koalition aus 28 kanadischen Menschenrechtsorganisationen reichte bereits 2022 Beschwerde ein, die geprüft wurde und die Untersuchung veranlasste. Vor allem drei chinesische Unternehmen innerhalb der Lieferkette stehen unter Verdacht, Zwangsarbeit der uigurischen Minderheit einzusetzen. Über eine Millionen Menschen seien von den unmenschlichen Bedigungen betroffen und würden in Lagern interniert.
Kein Einzelfall
In der Vergangenheit hatte CORE auch gegen Nike Canada wegen vergleichbaren Anschuldigungen ermittelt. Auch hier kam es zu Zwangsarbeit in der chinesischen Provinz Xinjiang. Der Sportartikelhersteller bestätigte schließlich nach dem Verfahren, keine weitere Verbindung zu den betroffenen Unternehmen mehr zu besitzen. Neben Ralph Lauren und Nike gibt es auch weitere Unternehmen mit ähnlichen Anschuldigungen, die nicht im Mode-Sektor verortert sind.