Der Berliner Schuhhändler Timo Leinweber betrachtet die Micam als eine gute Messe. „Wir finden dort immer wieder Neues, und das in allen Preislagen“, so der Unternehmer. „Es ist schade, dass so wenig Händler die Messe nutzen. Ich würde jedem empfehlen, das Angebot zu nutzen.“ Auf den Messen der Verbundgruppen, den Order-Events in Düsseldorf und der Essenz finde man doch eher ein auf den deutschen Markt eingestelltes Angebot. „Dabei tun Vielfalt und Individualität dem Handel gut.“
Sorge bereiten Handel und Industrie die geo- und wirtschaftspolitischen Krisen und Herausforderungen: Kriegerische Auseinandersetzungen und Zölle bringen Unsicherheiten mit sich. Und wo Unsicherheit herrscht, kann wenig gedeihen. Auch der Konsum nicht. Daniel Cholewik (Falc) fasste die Situation so zusammen: „Wir warten alle auf den Ruck. Aber vielleicht kommt er gar nicht und das ist die neue Realität.“ Beim italienischen Schuhanbieter stellt man sich darauf ein, etwa indem die Kosteneffizienz stärker in den Fokus rückt.
Wolfgang Dünkelberg und Sonja Heinermann, die die Kollektion von Voile Blanche auf der Micam präsentierten, waren sich darin einig, dass die Verbraucherinnen aber auch neue Impulse brauchen. „Die Kollektionen sind sehr einheitlich geworden. Wir brauchen Schuhe, die der Markt aufsaugt.“ Will heißen: Modelle, die so neu und anders sind, dass sie einen neuen Trend begründen. Dazu brauche man Mut – und eine Abkehr vom reinen Sicherheitsdenken. Sonja HeinersmannHeinermann will aber die Chancen über die Risiken stellen: „Only good vibes, bitte!“