„Unser Händlertreffen ist mittlerweile schon zu einem Ritual geworden. Rituale sind wichtig, um unser Leben zu strukturieren“, erklärte Rexor-Geschäftsführer Günter Neunaber in seiner Bergrüßung der rund 60 Gäste. Zugleich sei die aktuelle Zeit jedoch von einem tiefgreifenden Wandel geprägt. Dies werde auch beim Blick auf die Themen des diesjährigen Treffens deutlich. „Wir sprechen hier heute über Entwicklungen, die vor fünf bis zehn Jahren niemand absehen konnte.“ Die Referenten des Abends waren Florian Mayntz vom IFH Köln, Ellen Wigner von Erlebe Wigner aus Zirndorf und Johannes Kutsam vom Modehaus Kutsam aus Österreich. Die Vorträge in Auszügen:
Florian Mayntz, IFH Köln:
„Der Schuhmarkt in Deutschland ist gesättigt. Seit 2014 wächst der Markt nur noch geringfügig. Umso wichtiger ist es, den Kunden Anreize zu bieten, damit sie weiterhin in die Geschäfte kommen. Unsere Prognose lautet: Der Anteil des Onlinehandels am Gesamtumsatz steigt 2018 auf rund 23%. Zugleich nimmt auch die Nutzung von sozialen Medien über alles Altersgruppe hinweg weiter zu. Bereits heute wird jeder vierte Online-Euro durch Social Media – in erster Linie Facebook, Instagram und Youtube – beeinflusst. Die unterschiedlichen Kanäle bieten vor allem kleinen Unternehmen Chancen. Schließlich können sie immer authentischer sein als die Big Player der Branche.“
Ellen Wigner, Erlebe Wigner:
„Die Zeiten haben sich verändert. Aber wir wollen nicht über den Wandel jammern, sondern uns den neuen Bedingungen anpassen. Wir haben ein Lebensraumkonzept entwickelt, dass auch unserem Geschäft einen ’dritten Ort’ für die Kunden macht. In der digitalisierten Welt gibt es ein starkes Bedürfnis nach einem bewussten Offline-Leben. Wenn Sie Ihre Läden voll bekommen wollen, müssen Sie an die Kraft der Emotionen glauben. Wir sind nicht Amazon! Vielmehr investieren wir unsere gesamte Energie in einzigartige Events und Aktionen.“
Johannes Kutsam, Modehaus Kutsam:
„Unser Experiment, vier modebegeisterte und social media affine junge Menschen in einer WG über einer unserer Filialen wohnen zu lassen, ist grandios gescheitert. Unser Ziel war es, mit möglicht geringen Mitteln einen große Aufmerksamkeit zu erzielen. Dazu wären jedoch deutlich strengere Vorgaben nötig gewesen. Trotzdem wollen wir unser Projekt Fashion WG wiederholen.“