Herr Hampl, in den letzten Ausgaben von schuhkurier hat der ’Recyclebär‘ den Lesern sein Gesicht gezeigt. Was genau steckt dahinter?
Rudolf Hampl: Der Recyclebär ist die sympathische Symbolfigur für die zu 100% recyclefähigen Kinderschuhe aus dem Hause Romika. Sämtliche Kinderschuh-Neuentwicklungen werden ab der kommenden F/S-Saison diesem Konzept entsprechen und den Aufdruck ’Romicycle‘ auf der Decksohle, am Schuh und auf dem Karton tragen. Dies signalisiert, dass der getragene Schuh bei unseren Fachhandelspartnern zurückgegeben werden kann. Der Händler gewährt dann beim Neukauf einen Sofortbonus, der in Höhe von 1 Euro von uns übernommen wird.
Wir führen die Schuhe auf unsere Kosten in die Romikids-Schuhfabrik zurück und wir sorgen dafür, dass die Schuhe zu 100% wieder verwendet werden bzw. daraus ein neuer Kinderschuh wird, ohne dass Abfall entsteht.
Es ist unsere tiefe Überzeugung, dass nicht nur wir, die Schuhindustrie, sondern alle produzierenden Bereiche schnellstens in eine so geartete Kreislaufwirtschaft kommen müssen. Andernfalls sehen wir die Gefahr, dass unser schöner Planet in ein paar Generationen verbraucht sein wird und im Müll erstickt. Alleine werden wir damit nicht die Welt retten, aber wir machen einen Anfang!
Welche Bedeutung hat das Thema Nachhaltigkeit konkret für die Marke Romika?
Für uns alle in der Industrie muss nachhaltiges Wirtschaften zum obersten Gebot werden. Bei diesem Thema geht es aber natürlich um das aktive Tun und weniger um das Darüber-Reden. Wir wissen, dass wir noch eine Menge an Hausaufgaben zu erledigen haben, bis wir durchgängig von Nachhaltigkeit sprechen können und sprechen wollen. Ein Meilenstein hierzu wird es sein, dass wir ab F/S 2020 komplett PVC-freie Kinderhausschuhe herstellen werden. In Folge möchten wir dann ab H/W 2020 unseren Händlern die ersten veganen Schuhe aus dem Hause Romika präsentieren. Darüber hinaus werden ab sofort alle neuen Romika- und Romikids-Gruppen „Made in Europe“ sein, d.h. ausschließlich aus unserem eigenen Werk in Ungarn kommen. So setzen wir Schritt für Schritt, um dauerhaft noch besser zu werden.
Wie wird die Botschaft des ’Recyclebär‘ weiter in die Branche und konkret zum Verbraucher getragen?
Wir werden das Thema über die sozialen Medien und auch über konventionelle PR massiv kommunizieren. Bereits jetzt gibt es unter www.romicycle.de ein erklärendes Video für unsere Fachhändler und deren Verkaufspersonal. Dieses werden wir dann mit der Auslieferung der Kollektion F/S 2020 auch für die interessierten Kunden zugänglich machen und auch auf Youtube stellen. Dort wird es dann einen Verweis auf die Fachhändler geben, bei denen unsere Schuhe mit dem „Recyclebär“ erhältlich sind. Damit das System der Rückführung funktioniert, brauchen wir die Partnerschaft mit unseren stationären Fachhändlern. Damit wollen wir aber auch im Gegenzug einen Beitrag leisten, die Frequenz für den lokalen Fachhandel zu stärken.
Halten Sie das Thema für ausbaufähig?
Ja, weil wir überzeugt sind, dass wir mit unserem Konzept der 100 %igen Wiederverwendung und damit der Abfallvermeidung gerade heute – mehr denn je – die Aufmerksamkeit verantwortungsbewusster Eltern finden. Ab sofort werden alle Neuentwicklungen im Bereich Kinderschuhe dem Konzept von „Romicycle“ entsprechen. Ziel muss es sein, diese Technologie gemeinsam mit unseren Lieferanten so weiter zu entwickeln, dass wir bald in der Lage sind, alle unsere Produkte diesem Kreislauf zuzuführen.
Inwiefern unterstützen Sie den Handel (Stichwort Merchandising) rund um das Thema Recycling/Nachhaltigkeit?
Unsere Fachhandelspartner bekommen ein umfangreiches Werbepaket, sodass sie das Thema im Schaufenster und im Regal optimal darstellen können. Darüber hinaus werden wir für Verkäuferinnen und Verkäufer auch Schulungen durchführen. „Romicyle“ ist ein innovatives Konzept, dass die ureigenen Stärken des stationären Fachhandels fordert und durch neue, relevante Funktionen erweitert.