Wie ist 2016 gelaufen?
Niek Jansen (Rexor): Es war definitiv kein einfaches Jahr. Die Mitglieder, die den Umsatz stabil halten konnten, haben auf ein wenig Bruttogewinn verzichten müssen. Jetzt müssen wir mit Optimismus nach vorne schauen. Schwarzsehen bringt uns nicht weiter.
Patrick Schweizer (Schuh Schweizer): Wir haben unseren Umsatz halten können, allerdings haben wir in der Menge weniger Schuhe verkauft. Daher stellt sich für mich für die Zukunft die Aufgabe, entweder wieder mehr oder teurere Schuhe zu verkaufen. Ich bin überzeugt, dass es für den Handel Chancen gibt.
Rudolf Hampl (Legero/Superfit): Wir haben im vergangenen Jahr mit verschärften Bedingungen kämpfen müssen. Die Dollarstärke macht der gesamten Branche zu schaffen. Und das ist es nicht allein: Hinzu kommen Lohnerhöhungen sowohl in Osteuropa als auch Asien.
Ralf Grossmann (Dockers): Wir sind sehr aktiv und versuchen so gut wie möglich die Dollarsituation abzufedern. So ist es uns gelungen, die Preise für H/W stabil zu halten. In der aktuellen Situation wäre es auch das falsche Signal, Preise zu steigern.
In den vergangenen Saisons wurde beklagt, dass starke modische Themen fehlen. Setzt sich dieser Trend fort?
Niek Jansen: Es gibt Themen im Überfluss, das ist das Problem. Heute ist alles tragbar. Die Endverbraucher sind viel unberechenbarer geworden, wer heute einen Biker-Boot trägt, zieht morgen einen College-Loafer an. Hinzu kommt, dass die Geschwindigkeit in der Abfolge der Themen enorm zugenommen hat. Resultat ist, dass wir im Grunde alle hinterherhinken.
Wie bewerten Sie die angekündigten Veränderungen bei der GDS?
Dr. Matthias Händle (HR Group): Als Mitglied des Messebeirats bin ich natürlich befangen. Aber persönlich halte die Entwicklung für einen kapitalen Fehler der deutschen Schuhindustrie. Es gab keine Einigkeit. Es ist für mich völlig unverständlich, wieso es nicht möglich ist, innerhalb einer Branche einen Konsens zu organisieren. In Italien wäre das undenkbar. In zwei Jahren wird sich das Thema Schuhmesse in Düsseldorf erledigt haben. Das ist sehr, sehr bedauerlich.
War es überhaupt möglich, einen Konsens herzustellen?
Rudolf Hampl: Es ist immer schwieriger, ein bestehendes System, das sich negativ entwickelt, zu verändern als etwas ganz neues zu gründen. Was haben wir über den GDS-Termin diskutiert! Wir haben 2012 die Messe verlassen – und im Rückblick muss ich sagen: drei Jahre zu spät.
Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in schuhkurier 3/2017.