Die mittlerweile fünfte Sabu-Messe fand am 23. und 24. Februar in Heilbronn statt. Trotz schwieriger Witterungsbedingungen fanden rund 500 Besucher den Weg ins Veranstaltungscenter Redblue und nutzten die Gelegenheit, sich über die neuen Kollektionen für H/W 2013/14 zu informieren, die von über 130 Ausstellern gezeigt wurden. Sabu-Geschäftsführer Ralph Hanus war mit der Resonanz zufrieden: “Unsere Messe wächst mit jedem Mal und wird immer besser und professioneller.”
Die Stimmung unter den Händlern wurde von den Ausstellern in Heilbronn meist mit “durchschnittlich” umschrieben. Die Schuldfrage war schnell geklärt: Der Winter hat (zu) spät eingesetzt. So konnte Warmfutter-Ware meist nur reduziert verkauft werden und den Start in die neue Frühjahr/Sommer-Saison verhagelten Schnee und Kälte ebenso. Das schlug auf das Gemüt der Händler. Und hatte Konsequenzen für das Orderverhalten. “Zurückhaltend” war noch eine der charmanteren Formulierungen.
“Die Verunsicherung ist spürbar. Den Händlern fehlt die Orientierung”, hieß es mehrfach. Ein ‘heißes’ Diskussionsthema auf der Messe war die Frage nach der richtigen Gewichtung von Stiefeletten und Langschaftstiefeln. Für Toni Leis von Donna Carolina ist dies keine Frage von ‘entweder-oder’, er empfiehlt ein ‘sowohl-als-auch’: “Das Thema Stiefeletten bleibt wichtig, ganz klar. Aber aus meiner Sicht sollten Langschäfter nicht vergessen werden. Es gibt aktuell im Handel die Tendenz, den Langschaftstiefel tot zu reden. Das ist gefährlich.”
Händlerin Monika Flinner aus Idstein war in Heilbronn auf der Suche nach Langschaftstiefeln. “Schlichte, schwarze Modelle haben uns in der vergangenen Saison gefehlt. Der Bedarf war ganz klar da.” Vor allem halte sie Ausschau nach Modellen mit niedrigen und mittleren Absatzhöhen. Diese hätte sie unter anderem beim Stiefel-Spezialisten Ca D’Oro finden können.
Jörg Löwentraut vom Vertrieb des italienischen Labels bestätigte, dass die Nachfrage nach Modellen mit langem Schaft deutlich gestiegen sei. Auch Ralph Hanus setzt auf das Thema: “Zwar muss jeder Händler seinen eigenen Weg finden, aber generell glaube ich an den Langschäfter.”
Nieten sind zwar ein Trend, aber hier lautet die Empfehlung, genau auf die Preislagen und die Lieferantenwahl zu achten. “Wenn der Markt zu Saisonbeginn mit Nieten überschwemmt wird, dann kann es schnell passieren, dass das Thema wieder vorbei ist”, erklärte Toni Leis.
Bei den Herren führt kein Weg an Stiefeln vorbei. Die Bandbreite reicht dabei von Desert Boots, wie sie etwa das niederländische Label Floris van Bommel zeigte, bis hin zu derben Ausführungen, die für ‘geballte Männlichkeit’ stehen sollen.
Die Mode wird düster
Höhepunkt jeder Sabu-Messe ist traditionell die Modenschau, die die neuen Schuhtrends anschaulich, lebendig und in Verbindung mit den Trends in DOB und HAKA inszeniert. Übrigens feierte Ralph Hanus hier ein kleines Jubiläum: Er moderierte seine 25. Modenschau. Insgesamt zeigt sich die Mode sowohl in der Oberbekleidung als auch bei Schuhen ruhiger, ausgereifter und weiterhin sehr sportiv. Schwarz und Grau kommen in allen Schattierungen, ergänzt durch dunkle Töne wie Bordeaux und Flaschengrün.
Am Ende der Modenschau richtete Ralph Hanus einen Appell an die anwesenden Händler: “Wir müssen raus aus der Vergleichbarkeit. Ich denke, es ist die Aufgabe eines jeden Unternehmers, sich vor der Saison Gedanken über sein Sortiment zu machen. Wir fordern hier dazu auf, dies künftig noch intensiver zu tun, um nicht in die Gefahr zu geraten, vergleichbar zu werden. Wenn ein Schuh an jeder Ecke steht, ist es für die Verbraucher letztlich kein Problem, das Modell per M-Commerce zu bestellen. Je feiner aber das Sortiment geschliffen ist, je individueller und unverwechselbarer das Geschäft, desto höher sind die Chancen, im Markt zu bestehen.”