Die Veränderungen bei Högl und Hassia zeigen, dass auch in schwierigen Märkten Innovation und Markenpflege entscheidend sind. Ein weiterer Aspekt, der den Erfolg sichert, ist die Preisstrategie. Hier zahlen sich vor allem Mut und eine transparente Kommunikation gegenüber den Endverbrauchern aus. Keine Angst vor höheren Preisen: Mit dieser Strategie fahren Silvio Bongiovanni (Bär) und Hartwig Renner (Xsensible) in dieser Saison gut. „Wir liegen aktuell etwas über dem Vorjahresniveau. Da bei all unseren Schuhen das Fußbett auswechselbar ist, sind wir für Schuhhändler mit Orthopädie-Schwerpunkt eine feste Größe – auch wenn wir keine orthopädische Marke sind. Besonders stolz sind wir darauf, zusätzlich in Boutiquen stark Fuß gefasst zu haben. Bei den Barfußschuhen bewegen wir uns zwischen 130 und 200 Euro, bei Modellen mit Dämpfung ab 200 Euro. Doch der Preis ist für unsere Kundinnen und Kunden nie eine Hürde, denn sie wissen genau, was sie dafür bekommen: Die Zehenfreiheit und Passform ist es ihnen wert, sobald sie die Schuhe einmal getragen haben“, sagt Bongiovanni.
Auch Renner betont, dass Preisbewusstsein nicht automatisch Preissensibilität bedeutet. „Unsere Schuhe liegen zwischen 239 und 279 Euro. Damit bedienen wir nicht jeden Händler, wir verkaufen selektiv. Das Besondere bei unseren Schuhen ist unser japanisches Sohlenkonzept, mit dem der Fuß eine natürliche Abrollung bekommt. Bei diesen Schuhen braucht man natürlich eine angemessene Beratung. Unsere Kunden sind begeistert. Ihr Feedback ist, dass 95 % der Endverbraucher, die Xsensible-Schuhe anprobieren, erneut kaufen. Und zwar unabhängig vom Preis. Ich finde es schlimm, dass der Handel aktuell so viel Angst vor Preisen hat. Der Endverbraucher kauft das Produkt, solange er es erklärt bekommt. Dafür ist der Handel meiner Meinung nach da. Dann stimmt an der Kasse auch der Preis, den man unter anderem für die Beratung zahlt. Unsere Schuhe bieten einen Mehrwert, einen Nutzen und letztendlich Lebensqualität. Diesen Vorteil erkennen die Endverbraucher. Es ist nicht so, dass die Leute weniger Geld haben, sie halten ihr Geld nur mehr zurück – und kaufen dementsprechend Produkte, die ihnen etwas bringen.“