Die Marke High Sierra wurde 1978 von Hank Bernbaum gegründet. Für rund 110 Mio. US-Dollar verkaufte er sie im Jahr 2012 an Samsonite. Auf den Lederwaren Ordertagen am 10. und 11. Januar in Mainhausen fällt jetzt der Startschuss für den Vertrieb in Deutschland, Österreich und der Schweiz, kündigt Samsonite Deutschland-Chef Dirk Schmidinger im Gespräch mit LR an. Preislagen, Marge und das bekannte “Samsonite-Paket” sollen den Fachhandel überzeugen, insbesondere die hohe NOS-Lieferfähigkeit und dadurch geringe Kapitalbindung für den Händler.
“Das Marktsegment ist umkämpft”, weiß Schmidinger mit Blick auf die Konkurrenz im Freizeit- und Casual-Segment. Gleichwohl erkennt er Chancen für High Sierra. Die Marke spricht keine Extrem-Outdoorer an, sondern alle Zielgruppen, die sich in ihrer Freizeit gerne draußen bewegen – ein wenig “sporteln”, wie Schmidinger auf bayerisch verdeutlicht. Mit einem Umsatz von rund 90 Mio. US-Dollar zähle sie in den USA zu den zehn größten Outdoor-Marken. “Nicht ganz vorne, aber über Potenzial.”
Die Kernpreislagen bewegen sich zwischen konsumigen 39 und 69 Euro bei einer Marge von 2,4 bis 2,5. Gleichwohl könnten Materialien und Verarbeitungsqualität überzeugen. Schmidinger lobt: “Im Sourcing sind die Amerikaner einfach gut.” Das Ladenbausystem sowie unterschiedliche PoS-Materialien sollen dem Fachhändler ermöglichen, die Marke mit einer “gewissen Emotionalität” zu präsentieren. “Klassische Samsonite-Stärken” runden das Paket ab: Alle Artikel sind nicht nur dauerhaft ab Lager verfügbar und werden binnen vier Tagen aus Belgien geliefert. Sie werden zudem auf allen relevanten Messen eigenständig präsentiert.
Eigenständiger Vertrieb
In Europa wird nicht das komplette High Sierra-Sortiment angeboten, sondern eine Auswahl mit Daypacks und Back to School-Artikeln als Schwerpunkte. Für die Saison 2015 will Samsonite eine europäische Kollektion vorstellen. Dafür wird am Europasitz im belgischen Oudenaarde bereits ein Produktmanagement aufgebaut.
Für den Vertrieb entsteht derzeit ebenso eine eigenständige Mannschaft rund um Ralf Kostorz, der zum 1. Januar von der Goldkrone als Sales Manager zu Samsonite wechselt.Samsonite verfügt in Deutschland über ein Vertriebsnetz mit rund 900 Verkaufsstellen bei etwa 750 Fachhändlern und 150 Kaufhäusern. Zunächst wolle man High Sierra bei den bestehenden Handelspartnern etablieren. Für den Aufbau einer Distribution im Sportfachhandel strebe man die Zusammenarbeit mit einer spezialisierten Vertriebsagentur an. Schmidinger sieht High Sierra als Einstiegspreislage im Lederwarenfachhandel richtig aufgehoben, aber zum Beispiel auch in den Sportabteilungen von Kaufhäusern in mittleren Städten, die dort die Rolle des Platzhirsches einnehmen. Dass es dort zu Überschneidungen mit den jeweiligen Eigenmarkenangeboten kommen könne, betrachtet Schmidinger nicht als Problem. Als Marke biete High Sierra einen Mehrwert. Hinzu komme der Vorteil des Neueinsteigers. In dieser Rolle könne man auch ohne Händlervertrag den Markt erfolgreich bearbeiten, ist Schmidinger überzeugt.