Das Amtsgericht Aschaffenburg stimmte dem Antrag auf Eigenverwaltung vom 30. Juli 2025 am 1. August 2025 zu. Laut des Informationsservice North Data liegt die Geschäftsführung momentan bei Eike Schmidt. Neu im Führungsteam ist Rechtsanwältin Katrin Schröder (BCLP) als Generalhandlungsbevollmächtigte. Die Kanzleien BCLP und White & Case unterstützen das Unternehmen in der Sanierungsphase; letzteres stellt mit Rechtsanwalt Dr. Nicolai Fischer den vorläufigen Sachwalter, der das Verfahren im Interesse der Gläubiger überwacht.
H&S betreibt laut eigener Homepage 16 stationäre Filialen im Rhein-Main-Gebiet und ist auf den Vertrieb von Markenschuhen spezialisiert – darunter Ara, Rieker, Tamaris, Skechers und Gabor. Das Unternehmen verfolgt seit 2015 eine Omnichannel-Strategie, die den stationären Handel mit digitalen Vertriebskanälen verknüpft.
Ziel des Verfahrens ist es, H&S zukunftsfähig aufzustellen und die rund 82 Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Löhne und Gehälter sind laut Unternehmensangaben bis Ende Oktober 2025 über die Bundesagentur für Arbeit gesichert, ab November will H&S die Zahlungen wieder eigenständig übernehmen.
Ursächlich für die aktuelle Krise sind gestiegene Kosten für Energie, Personal und Mieten sowie ein ausgebliebener wirtschaftlicher Aufschwung nach der Corona-Pandemie. Pandemisch bedingte Kredite konnten nicht wie geplant zurückgeführt werden – hinzu kommt eine verhaltende Konsumstimmung wegen politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Die Berater sehen gute Chancen auf einen erfolgreichen Neustart nach der Sanierung.