Demnach verlief der Start in das Jahr 2013 für den Schuheinzelhandel noch recht optimistisch: Die Winterläger wurden aufgrund der kalten Witterung geräumt, wenn auch zum Teil mit höheren Preisabschlägen. Dann kamen aber aufgrund des späten Frühjahr- und Sommerbeginns schwache Monate. Der Februar brachte in den Schuhfachgeschäften ein Minus von 10%, der März dann mit -31% einen regelrechten Umsatzeinbruch. Mit einem Plus von über 20% konnte im April kräftig aufgeholt werden.
Der Mai startete gut, brach aber gegen Ende wieder ab (- 3%). Lang anhaltende Regenfälle und Hochwasser in Teilen Deutschlands erschwerten die Geschäfte. Der Juni schloss mit einem Plus von 7%, das erste Halbjahr blieb aber 3% hinter den Umsätzen des vergleichbaren Vorjahreszeitraums zurück.
Damit erreichte der Schuhfachhandel in den ersten sechs Monaten stationär und Online/Versand ein Umsatzvolumen von rund 3,7 Mrd. Euro. Der BDSE geht von einem Einzelhandels-Marktvolumen bei Schuhen in diesem Zeitraum von insgesamt 5,3 Mrd. Euro aus.
Brigitte Wischnewski prognostiziert für die zweite Jahreshälfte eine positive Wende der Umsatzzahlen. “Ich glaube, dass der August mit einem Plus endet und wenn uns der September nicht mit allzu gutem Wetter überrascht, kann das zweite Halbjahr positiv enden”, sagte die BDSE-Präsidentin auf der GDS-Pressekonferenz. Die aktuellen Modethemen und Farben für den Herbst seien sehr kommerziell und würden darüber hinaus bei den Verbrauchern auf große Resonanz stoßen.
Kunden suchten Farbe
Für die Frühjahr/Sommersaison 2014 waren laut BDSE Leinenschuhe, Sneaker und Mokassins bei den Kunden sehr gefragt – insbesondere Schuhe mit sportivem Touch liefen nach Angabem von Brigitte Wischnewski gut. Pumps waren insbesondere als High Heels für den Anlassbereich stark gefragt. Sehr erfolgreich waren Sommerstiefel und -stiefeletten. Offene Schuhe verkauften sich erst gegen Ende der Saison gut, dann allerdings vielfach bereits zu reduzierten Preisen. Farbige Modelle wurden vergleichsweise stark nachgefragt, wenngleich Rot im Vergleich zu früheren Saisons an Bedeutung verlor. Taupe-Töne konnten sich als Neutralfarben behaupten, gut verkauften sich nach Angaben von Brigitte Wischnewski auch die Farben Weiß und Ozeanblau.
Preise stiegen leicht
Die Verbraucherpreise bei Schuhen stiegen im ersten Halbjahr 2013 um 2,1%. Die Zahl der Beschäftigten des Schuhfachhandels betrug Ende 2012 knapp 73.000. Dies war ein Rückgang um 0,5% im Vergleich zum Vorjahr. Auch in diesem Jahr dürfte die Zahl der Mitarbeiter weitgehend stabil bleiben, wie eine Befragung des BDSE im Schuheinzelhandel ergab. 76% der Schuhhändler wollen ihren Personalbestand halten, 11% sogar ausbauen.
Neuer GDS-Termin begrüßt
Brigitte Wischnewski nutzte den Anlass, um die Vorverlegung der GDS zu loben. “Der BDSE begrüßt die Terminverschiebung und Neupositionierung der GDS als internationale Auftaktmesse für die Schuhbranche. Die Vorverlegung des Messetermins ab Sommer 2014 ist ein richtiger Schritt. Der Handel erhält dadurch die Möglichkeit, sich zu einem frühen Termin umfassend über die neuen Modethemen und Kollektionen zu informieren. Der BDSE empfiehlt dem Schuheinzelhandel, diese Möglichkeit intensiv zu nutzen und appelliert an die Schuhindustrie, sich an der Neuausrichtung der Messe, auch im Interesse ihrer Kunden, rege zu beteiligen”, so Wischnewski