„Unser Ziel war es, ein halbes Jahr nach dem Kick-off Termin an gleicher Stelle den Status-Quo bzw. erste Ergebnisse aus den damals eingerichteten Arbeitsgruppen in der großen Runde zu präsentieren“, sagt Ingo Hänel, Inhaber von Schuh Beck, Römerstein.
Nachdem die drei Händler Roman Degenhardt, Ingo Hänel und Ulrich Volk im vergangenen Jahr die Initiative gegründet hatten, gab es zunächst Anfang September 2023 ein erstes Meeting von Schuhhandel und -industrie sowie den Verbundgruppen und den Verbänden.
In der Folge gingen Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen in die Detailarbeit.
Dabei standen folgende Komplexe im Fokus:
1. NOS/LUG/Quellauszeichnung/Digitale Lernplattform
2. Datenaustausch
3. Messe/Order sowie
4. Standing und der Lobby der Schuhbranche
Konkrete Ergebnisse konnten beim zweiten Treffen am 11. März im Bereich Datenaustausch und digitaler Infrastruktur für die Umsetzung von NOS-Programmen bekanntgegeben werden: „Nach der Einigung auf die führende Datenplattform des European Clearing Centers (ECC) als Branchenlösung konnten wir anhand eines Best Practice Beispiels den Nutzen und die Einfachheit der Lösung verdeutlichen“ erklärt Uli Volk, Schuh Volk, Elzach. „Mit Elvis wird das Auffüllen von Sortimentslücken zum Kinderspiel.“
Die Gruppe verständigte sich darauf, für die Nutzung der Lösung bei Händlern und Herstellern zu werben, um so möglichst viele Partner anzubinden und damit den Nutzen für die gesamte Branche weiter zu steigern.
Ein erster Pilot zur Quellenauszeichnung von Artikeln in Kleinserie wurde ebenfalls vorgestellt und laut den Initiatoren von der Gruppe goutiert. Hier gelte es, weitere Erfahrungen zu sammeln und Möglichkeiten zu prüfen. „Es geht darum“, so Volk, „die Produkte schneller an den Point of Sale zu bringen und den Personalaufwand im Handel für die Vereinnahmung der Artikel zu reduzieren.“
Die Vorstellung der von den beiden Verbundgruppen ANWR und SABU aufgebauten Lernplattform führte beim Treffen am 11. März zu einer Diskussion darüber, wie möglichst viele Teilnehmende für das digitale Lernen begeistert und zur Nutzung motiviert werden können. Während der ANWR-Messe wird das Tool erstmals dem Handel präsentiert.
Weiterhin große Einigkeit bestehe bei der Zielsetzung, eine frühe Branchenmesse zu etablieren – eine Veranstaltung, die idealerweise um die Produktgruppen Textil und Accessoires ergänzt ist. Mehrere Gespräche mit Veranstaltungsorten seien geführt worden und sollen zum Teil weiter vertieft werden, heißt es seitens der Initiatoren. Die Arbeitsgruppe brauche aber noch etwas Zeit, um eine finale Lösung präsentieren zu können.
Roman Degenhardt, Der Schuhladen, Bebra: „Es muss unser Ziel sein, die gesamte Branche zu Beginn der Saison an einem Ort zusammen zu holen, die neuen Kollektionen zu sichten, Trendimpulse zu sammeln und sich auszutauschen.“
„Neben der optimalen Vorbereitung auf die nachfolgende Order kann dieser Event zudem für eine positive Wahrnehmung der Branche in der Öffentlichkeit sorgen“, sagt Ingo Hänel.
Erste Erkenntnisse für das Vorgehen, wie man das Standing der Branche verbessern und die Begehrlichkeit des Produkts Schuhe steigern kann, präsentierte die dafür eingesetzte Arbeitsgruppe. Ein erarbeiteter Fragenkatalog soll nun in einem nächsten Schritt dabei helfen, die Vorgehensweise zu konkretisieren.
Die drei Schuhhändler, die die Initiative #schuhhandelhatzukunft im vergangenen Sommer gegründet hatten, zeigen sich zufrieden: „Wir können guten Gewissens behaupten, dass die gesamte Branche durch unsere Initiative in Bewegung geraten ist. Die fokussierten Themen wurden erneut bestätigt. Sicherlich sind wir in manchen Themen schon etwas weiter als in anderen. Entscheidend ist aber, dass die Branche sich trifft, sich miteinander offen austauscht und zusammen Lösungen entwickelt. „Das Mandat dafür, dies weiterhin zu forcieren, haben wir erneut erhalten. Darauf sind wir stolz und zugleich motiviert, nicht nachzulassen.“