Die Wurzeln des Unternehmens gehen zurück bis ins Jahr 1895. Seinerzeit überzeugte Wilhelmine Werdich ihren Mann Baptist Johann Werdich, einem Schuhmachermeister, davon, in seiner Werkstätte auch deutlich günstigere ’Fabrikschuhe‘ anzubieten.
Bis heute haben vier Generationen das Unternehmen für die jeweils geltenden Herausforderungen gerüstet. Die Gründergeneration musste den Übergang vom Handwerksbetrieb zum Handelsunternehmen meistern, die zweite Familiengeneration führte das Unternehmen durch zwei Weltkriege, die dritte Generation nutzte das ’Wirtschaftswunder‘ und schuf ein modernes Filialunternehmen. Für die heutige vierte Generation besteht die Herausforderung in der Adaption der ’Digitalisierung‘.
Im Jahr 2006 startete das Unternehmen mit einem eigenen Onlineshop. Dieser ist heute laut Werdich zentrales Element der Zukunftsstrategie: Mit der Einführung eines ERP-Systems stelle man sich als kundenorientierter Omnichannelanbieter auf, der die Vorzüge eines servicestarken regionalen Schuhfachhändlers mit den Vorteilen der Digitalisierung vereint, so das Unternehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet das Unternehmen – in einer für den Einzelhandel schwierigen Phase – derzeit an drei Haupthemen: Prozessoptimierung, Mitarbeiterqualifikation und Standortoptimierung.
Prozessoptimierung
Mit der Einführung eines modernen, zukunftsfähigen ERP-Systems habe man, so Werdich, die Basis für zeitgemäße kundenorientierte Prozesse gelegt. Nach langer und intensiver Vorbereitung des Projektes befinde man sich nun in der Endphase der Integration aller Unternehmensbereiche. Ziel sei es, den Kunden zukünftig auf allen Ebenen durchgehende Prozessketten anbieten zu können und damit dem Omnichannelansatz gerecht zu werden.
Mitarbeiterqualifikation
In der eigenen Werdich-Akademie wird gezielt daran gearbeitet, alle Kolleginnen und Kollegen bei der Digitalisierung des Unternehmens ’mitzunehmen‘ und damit am Point-of-Sale die gestiegenen Ansprüche der Kunden auch in der Zukunft nachhaltig erfüllen zu können.
Standortoptimierung
Vor dem Hintergrund eines sich äußerst dynamisch verändernden Marktumfelds mit volatilen & sinkenden Kundenfrequenzen in den Städten werde das Filialportfolio in regelmäßigen Abständen einer Überprüfung unterzogen, so das Unternehmen weiter. Auslaufende Mietverträge an Standorten mit einer negativen Zukunftsprognose würden nicht verlängert oder dazu genutzt, den Standort zu optimieren. So habe man beispielsweise das nach 15 Jahren auslaufende Mietverhältnis in der Königstraße in Stuttgart nicht verlängert, einem Standort, an dem man insgesamt sechs Etagen bewirtschaftete, drei Verkaufsetagen und drei Lageretagen. Auch aus schlecht frequentierten Centern ziehe man sich zurück. In diesem Jahr verlässt das Unternehmen die Mercaden in Böblingen.
Parallel zur Portfoliooptimierung investiert Werdich verstärkt in die renditestarken Standorte – beispielsweise im Schuhhaus in Wangen im Allgäu, wo 1895 Wilhelmine Werdich zusammen mit Ihrem Mann Baptist Werdich das Unternehmen gründete. Es war ihr Mut, der zusammen mit dem handwerklichen Geschick ihres Mannes den Grundstein für ein erfolgreiches Familienunternehmen in Wangen im Allgäu legte.
Nach der Umsetzung des neuen Schuhhaus-Konzeptes im vergangenen Jahr in Augsburg wurde das neue Ladenbaudesign nun auch im 1410 erbauten Stammhaus in Wangen verwirklicht. Im Mittelpunkt des neuen Konzeptes steht das Thema Aufenthaltsqualität. So ist eine Kaffeebar das zentrale Element der neuen Schuhhäuser. Diese soll nicht zuletzt dazu beitragen, die Verweildauer der Kunden in der Filiale nachhaltig zu steigern.
Gemeinsam mit Jörg Riemer und einem Team engagierter Kolleginnen und Kollegen verantwortet Friedrich Werdich in vierter Familiengeneration die Geschicke des 124 Jahre alten Unternehmens. Gezielt hat sich das Unternehmen 2017 im Bereich Kundenkommunikation und Onlineshop verstärkt, als mit Nora Johanna Werdich (Großcousine zu Friedrich Werdich) ein weiteres Familienmitglied operativ in das Familienunternehmen eingetreten ist.
Eine Bildergalerie vom umgebauten Werdich-Stammhaus in Wangen finden Sie hier.