Im ersten Halbjahr lag der Gesamtumsatz der deutschen Schuhhersteller bei 1,60 Mrd. Euro, gegenüber 1,56 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2018 (+2,8%). Diese Umsatzsteigerung ist jedoch vor allem auf die
Sport- und Arbeitsschuhhersteller zurückzuführen. Dies teilte Carl-August Seibel, Vorsitzender des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie HDS/L, anlässlich der Gallery Shoes (1. bis 3. September) in Düsseldorf mit. „Produzenten von klassischen Lederschuhen leiden unter den starken Veränderungen im Einzelhandel wie der rückläufigen Kundenfrequenz in den Innenstädten, Geschäftsaufgaben aus unterschiedlichsten Gründen von langjährigen Partnern im stationären Einzelhandel und der Zunahme von Fast Fashion.“
Der Außenhandel entwickelte sich im ersten Halbjahr 2019 sehr lebhaft. Wertmäßig stieg der Export im ersten Halbjahr um 7,5% auf 3,7 Mrd. Euro. Korrespondierend dazu stieg auch die exportierte Paarzahl auf 174 Millionen Paar. In den ersten sechs Monaten des aktuellen Jahres sind zudem 2% mehr Schuhpaare eingeführt worden als im ersten Halbjahr 2018.
Die Situation der Beschäftigten in der deutschen Schuhindustrie ist unvermindert positiv. So wurden Mitte des Jahres 15.500 Mitarbeiter (+1,4%) in den Betrieben der Schuhhersteller beschäftigt.
Schuhindustrie: Prognose fällt schwer
Die Veränderungen im Weltmarkt wirkten sich auch auf die deutsche Schuhindustrie aus, ergänzte Manfred Junkert, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes des Schuh- Lederwarenindustrie (HDS/L). „Dennoch blicken die Schuhhersteller verhalten optimistisch in die Zukunft.“ In einer im Juli 2019 vom HDS/L durchgeführten Konjunkturumfrage äußern zwei Drittel der befragten Schuhhersteller eine gute bis befriedigende Entwicklung der Umsätze und der Auftragslage.
Die weitere Entwicklung der teilweise politisch unruhigen Exportmärkte lasse sich schwierig einschätzen. Demnach erwartet mehr als die Hälfte der Unternehmer eine gleichbleibende Auftragslage und für das zweite Halbjahr 2019 ein stabiles Exportgeschäft. Bedenklich seien die Entwicklungen im Handelsstreit zwischen USA und China, aber auch zwischen der USA und der EU. „Die deutschen Schuhhersteller hoffen, dass die Gespräche zwischen der Trump-Regierung und der EU-Kommission konstruktiv verlaufen und in einem Industrieabkommen resultieren könnten. Ein solches Abkommen könnte den deutschen Schuhherstellern den Markteintritt erleichtern.“